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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
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Gebrauch des Zuckers.

II

I

Mit Milch gemischt, gibt er die Cremen, die Weiss-schüsseln und andere Küchenzubereitungen, die den zweitenGang so angenehm beenden, indem sie den stofflichen Ge-schmack des Fleisches durch einen feinen, ätherischen Duftersetzen.

Mit Kaffee gemischt, erhöht er dessen Arom.

Mit Milchkaffee gemischt, gibt er ein leichtes, angeneh-mes Nahrungsmittel, das man sich ohne Mühe- verschaffenkann und das namentlich denjenigen zuträglich ist, die un-mittelbar nach dem Frühstücke in ihrem Cabinete arbeitenmüssen. Der Milchkaffee gefälltauch den Damen ausnehmend,aber das Falkenauge der Wissenschaft hat die Entdeckunggemacht, dass ein allzu häufiger Gebrauch dem Theuersten,was sie besitzen, schädlich werden könnte.

Mit Früchten oder Blumen gemischt, gibt er die Confituren,die Marmeladen, die Fruchtsäfte und lässt uns so den Duftder Früchte und Blumen noch lange nach der Zeit geniessen,welche die Natur ihrer Dauer zugemessen hat.

Betrachtet man ihn aus diesem Gesichtspunkte, so könnteer vielleicht mit Vortheil zum Einbalsamiren dienen, eineKunst, die bei uns noch wenig vorgesehritten ist.

Endlich gibt der Zucker mit Weingeist vermischt, dieLiqueure, die, wie man weiss, erfunden wurden, um dasGreisenalter Ludwig's des Vierzehnten zu erwärmen, die denGaumen durch ihre inwohnende Kraft und den Geruchssinndurch die ihnen entströmenden Biechgase bezaubern und des-halb in diesem Augenblicke das non plus ultra der Ge-schmacksempfindungen bilden.

Der Gebrauch des Zuckers beschränkt sich darauf nicht;man kann behaupten, dass er die allgemeine Würze ist unddass er niemals etwas verdirbt. Einige Personen nehmenihn zum Fleische, andere zu den G-emüsen, viele zu denfrischen Früchten. In den zusammengesetzten Getränken,die wie Punsch, Glühwein, Crambambuli am meisten in derMode sind, darf er nicht fehlen und seine Anwendung wech-