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Gastronomische Akademie.
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häufig die grössten Interessen zu behandeln haben; sie fan-den, dass der satte Mensch nicht der gleiche Mensch seiwie der hungrige*), dass die Tafel ein gewisses Band zwi-schen demWirth und dem Bewirtheten webt; dass das Essendie Gäste für gewisse Einflüsse zugänglicher, für gewisseEindrücke empfänglicher machte. So entstand die poli-tische Gastronomie. Mahlzeiten sind ein Regierungs-mittel geworden; das Loos der Völker wird oft bei einemFestessen geworfen. Das ist weder paradox noch neu, son-dern nur eine einfache Beobachtung der Thatsachen. Manöffne die Geschichtsschreiber von Herodot bis auf unsereTage und man wird finden, dass alle grossen Begebenheiten,selbst Verschwörungen nicht ausgenommen, bei Tische aus-gedacht, vorbereitet und beschlossen wurden.
Gastronomische Akademie.
22. Dies ist, einem flüchtigen Ueberblicke zu Folge,das Gebiet der Gastronomie, ein Gebiet reich an Erfolgenjeder Art, das durch die Arbeiten und Entdeckungen derGelehrten, die es bebauen werden, nur vergrössert werdenkann; denn innerhalb weniger Jahre wird die Gastronomieohne Zweifel ihre Akademiker, ihre Vorlesungen, ihre Pro-fessoren und Preisverteilungen haben.
Zuerst wird ein reicher und eifriger Gastronome perio-dische Versammlungen zu sich berufen, wo die gelehrtestenTheoretiker sich mit den Künstlern vereinigen werden, umdie verschiedenen Zweige der Nahrungswissenschaft zu er-gründen und zu besprechen.
Dann wird (denn dies ist die Geschichte aller Akade-mien) die Regierung sich mit der Sache befassen, reglementiren,
*) „Ein satter Mensch, ein schöner Mensch," pflegte mein OnkelForstrath zu sagen, wenn er uns von dem Tische der geizigenTante, die uns nicht genug zu essen gab, in das allen Datm-städtern bekannte Bessunger Forsthaus führte, wo Sauerkraut und„Heeschen" sehr bald die gewünschte Wirkung auf unsere Schön-heit ausübten. C. V.