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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
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XXV
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Biographie. XXV

Ich habe nicht erfahren können, ob der Graf wirklichbekehrt worden sei und seinen Ersparungsplan in der Mappebehalten habe ; — so viel aber weiss ich, dass die Soldatenimmer hinlänglich zu trinken bekamen und dass man diegebrauchte Charpie nach wie vor wegwarf.

Der Doctor Bordier, aus der Umgegend von Amberieuxgebürtig, kam um 1780 nach Paris; seine Behandlung warsanft, seine Methode abwartend, seine Diagnose sicher.

Er wurde zum Professor an der medicinischen Facultäternannt. Sein Styl war einfach, seine Vorlesungen väterlichund belehrend. Die Ehrenbezeugungen kamen ihm ent-gegen, obgleich er sie nicht suchte. Er wurde Arzt derKaiserin Marie Louise. Aber er genoss diesen Platz nichtlange; — das Kaiserthum brach zusammen, und der Doctorwurde durch ein Beinübel weggerafft, gegen das er sein gan-zes Leben hindurch gekämpft hatte.

Der Doctor Bordier war von ruhiger Gemüthsart, wohl-thuendem Charakter und verlässlicher Gesellschaft.

Gegen das Ende des 18. Jahrhunderts trat Dr. Bichatauf. .... Bichat, dessen Schriften den Stempel des Geniestragen, der sein Leben für den Fortschritt der Wissenschafthingab, der den kühnen Flug der Begeisterung mit derGeduld beschränkter Geister vereinigte, und der, obgleicher schon mit dreissig Jahren starb, dennoch die öffentlichenEhren verdiente, womit sein Andenken gefeiert wurde.

Doctor Montegre brachte später in die Klinik einen phi-losophischen Geist. Er redigirte mit vieler Kenntniss dieGesundheitszeitung, und starb vierzig Jahre alt auf denInseln, wohin er gegangen war, um das gelbe Fieber undden Vomito negro zu studiren.

Gegenwärtig ist Dr. Richerand der bedeutendste Opera-teur; seine Grundlinien der Physiologie sind in alle Sprachenübersetzt worden. Er wurde früh Professor an der Facultätund geniesst das allerhöchste Zutrauen. Man kann keinetröstendere Sprache, keine sanftere Hand und kein schnelle-res Messer besitzen.