Biographie.
XXIII
Der Dootor La Chapelle zeichnete sieh um 1750 in dergefährlichen Laufhahn eines Militärarztes aus. Er hat einigegute Werke geschrieben und die Behandlung der Lungen-entzündungen mit frischer Butter eingeführt, eine Methode,die wie durch Zauberei heilt, wenn sie in den ersten 36Stunden der Krankheit angewandt wird.
Der Doctor Dubois war um das Jahr 1760 herumäusserst glücklich in der Behandlung der Vapeurs, der da-maligen Modekrankheit, die eben so häufig war, als dieNervenkrankheiten, die heut zu Tage grassiren. Der Zulauf,den er hatte, war um so merkwürdiger, als er durchaus keinhübscher Mann war.
Unglücklicherweise gelangte er zu früh zu einem unab-hängigen Vermögen, wo er sich denn damit begnügte, in dieArme der Faulheit zu sinken, liebenswürdiger Tischgenosseund äusserst unterhaltender Erzähler zu sein. Er hatteeinen starken Körperbau und wurde trotz der Essen odervielmehr durch die Essen der alten und neuen Zeit mehrals 80 Jahre alt.
Der Doctor Coste, aus Chatillon gebürtig, kam gegendas Ende der Herrschaft Ludwig's XV. nach Paris. Erhatte einen Empfehlungsbrief von Voltaire an den Herzogvon Choiseul, dessen Wohlwollen er bei dem ersten Besuchezu gewinnen das Glück hatte.
Von diesem grossen Herrn und von seiner Schwester,der Herzogin von Grammont, unterstützt, kam der jungeCoste bald obenauf und nach wenig Jahren zählte ihn Pariszu den hoffnungsvollsten Aerzten.
Dieselbe Gunst, die ihm emporgeholfen hatte, entriss ihndieser ruhigen und fruchtbaren Laufbahn, um ihn an dieSpitze des Gesundheitsdienstes der Armee zu stellen, welcheFrankreich nach Amerika den Vereinigten Staaten, die fürihre Unabhängigkeit kämpften, zu Hülfe schickte.
Der Doctor Coste kam nach Erfüllung seiner AufgabenachFrankreich zurück. Er glitt unbemerkt durch die schlechtenZeiten von 1793, und wurde später Bürgermeister von Ver-