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Physiologie des Geschmacks oder Physiologische Anleitung zum Studium der Tafelgenüsse
Entstehung
Seite
XXI
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Gespräch. XXI

und den Flegel, der ihn herausfordert, fürchterlich durch-prügelt.

Nach dieser Abstrafung nimmt er plötzlich seine frühereHaltung an, sammelt sich und sagt mit betrübtem Tone:„Ach, ich glaube, das Fleisch hat über den Geist gesiegt."

Ich mache es ebenso und nach einer sehr verzeihlichenBewegung komme ich auf meine frühere Meinung zurück.

Der Freund: Das ist nicht mehr möglich! Sie habennach Ihrem eigenen Geständniss das Ohr gezeigt. Ich halteSie daran fest und führe Sie zum Buchhändler. Ueberdieskennen Viele Ihr Geheimniss.

Der Verfasser: Wag' es nicht, denn ich werde in demBuche von Dir reden und ich werde Dinge sagen.....

Der Freund: Was können Sie von mir sagen? Siekönnen mich nicht einschüchtern.

Der Verfasser: Ich werde nicht sagen, dass unsere ge-meinschaftliche Vaterstadt*) sich rühmt, Deine Geburtsstättezu sein; dass Du mit vierundzwanzig Jahren schon einHandbuch herausgabst, das unterdessen classisch gebliebenist; dass ein verdienter Ruf Dir Vertrauen erwirbt, dassDein Aeusseres die Kranken einnimmt, Deine Geschicklich-keit sie verwundert, Dein Mitgefühl sie tröstet. Alle Weltweiss das, aber ich werde ganz Paris, (mich aufrichtend)ganz Frankreich, (mich aufblähend) der ganzen Welt deneinzigen Fehler enthüllen, den ich an Dir kenne!

Der Freund (mit ernsthaftem Tone): Und welchen Feh-ler, wenn's gefällig ?

Der Verfasser: Einen Gewohnheitsfehler, von dem allemeine Ermahnungen Dich nicht heilen konnten.

Der Freund (erschreckt): Nun so sagen Sie ihn, Siespannen mich auf die Folter.

*) Belley, Hauptstadt des Bugey (im Jura), ein liebliches Landmit hohen Bergen, Hügeln, Flüssen, hellen Bächen, Wasserfällen,Abgründen, ein wahrer englischer Park Ton hundert Quadratstun-den, wo vor der Revolution der dritte Stand verfassungsgemäss dasVeto gegenüber den beiden andern Ständen hatte.