„ach got wie froh ich wasdo dis buches ein ende was!"
(Berliner Schwabenspiegelhandschrift)
Einführung
Im Jahre seines hundertjährigen Bestehens geht für den Historischen Verein für Stadt undStift Essen ein Anliegen in Erfüllung, dessen Anfänge in das Jahr 1906 zurückgehen.
Im Vertrage vom 26. Juli 1906 übernahm die Essener Stadtbibliothek die Bibliothek desHistorischen Vereins mit der Verpflichtung, gelegentlich der Drucklegung eines Katalogeszur Geschichte Sonderdrucke für den Historischen Verein herstellen zu lassen. Als dieStadtbibliothek 1916 hierzu in der Lage war, fehlte es an Geld.
Prof. Dr. Konrad Ribbeck (1861-1929), der damalige Vorsitzende des Vereins, teilte in einemRundschreiben mit, daß die Stadtbibliothek diese Arbeit nur ausführen lassen könne, „wennihr die Mittel für einen freiwilligen, akademisch gebildeten Beamten für die Dauer von 5 Mo-naten (im Betrage von 600 Mark) zur Verfügung gestellt werden. Ein solcher Katalog würdevoraussichtlich alles enthalten, was über die Geschichte Essens geschrieben ist. Er würde einausgezeichnetes Hilfsmittel für alle weiteren Arbeiten auf dem Gebiete der EssenerGeschichte sein".
Diese Planung kam nicht zur Durchführung, weil sich niemand gefunden hat, die mühseligeArbeit einer Bibliographie zu übernehmen. Erst gegen Ende der zwanziger Jahre kam einKatalog zustande, den unter der fachkundigen Leitung des damaligen Oberbibliothekars Dr.Heinrich Dicke (1887-1955) der Verfasser der jetzt vorliegenden Essener Bibliographie erstals Praktikant und später als Bibliothekar bearbeitete und vervollständigte. Bis in den ZweitenWeltkrieg hinein war der fertiggestellte Teil dieses Kataloges funktionsfähig. Während desKrieges wurde er vernichtet. Aber der stadtgeschichtliche Bücherbestand, die Grevel-sammlung und die Bibliothek des Historischen Vereins wurden durch Auslagerung gerettet.
Mit dem Wiederaufbau der Wissenschaftlichen Stadtbibliothek in der Werdener Abtei wurdedie Sammlung der Literatur zur Essener Geschichte fortgesetzt. Im Laufe der Jahre bot sichsoviel Material an, daß der damalige Oberbibliotheksrat Dr. Franz Michels im November 1956den Auftrag gab, die Literatur über Essen zusammenzustellen.
Als sich schon nach wenigen Monaten ein weites Feld abzeichnete, gab er dieser Sammlungdie Bezeichnung „Essener Bibliographie".
Nach 21 Jahren war diese Arbeit, deren Sammelbereich mit dem Jahre 1960 abschließt,beendet. Das Entgegenkommen zahlreicher deutscher Bibliotheken und der Universitäts-und Nationalbibliotheken der benachbarten europäischen Staaten machte es möglich,zahlreiche Schriften zur Essener Geschichte in Photokopien zu erwerben. Mein Dank giltallen Mitarbeitern dieser Bibliotheken, die mir in kollegialer Weise behilflich waren.
Mein Dank gilt auch allen Freunden der Essener Geschichte, die meine Arbeit mit ihren gutenWünschen begleitet haben, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Essener Stadt-bibliothek und den Bibliotheksdirektoren Dr. Eugen Sulz (1884-1965), Dr. Carl Jansen (1899-1970), Dr. Franz Michels und Dr. Hans Joachim Kuhlmann, die meinen Einsatz für Aufbau undAusbau der stadtgeschichtlichen Literatur gefördert haben, vor allem dadurch, daß sie mirfreie Hand ließen.
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