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Exkurs XVIII. Standesverhältnisse in bayrischen Klöstern. 417
10. Unter Abt Eberhard 1068—1091. Keiner. Unter Abt Udalscalc1091—1102. Ingenuus vir Eberhardus nominatus de Cheimzinganhusa„pro monastica annona fratri suo uterino Hartliebo comparavit, quemad monachum faciendum illuc delegavit", S. 54.
11. Unter Abt Konrad 1134—1155. Matrona genere et virtutenobilissima Richildis nomine de Megelingen „in augmentum prebendefratrum ibidem Deo serviencium et filii sui Hartwici tunc temporis inillo loco manentis", S. 100.
Erst unter Abt Ruprecht (1154—1186) und zwar in den späterenZeiten finden wir ein Zeugnis im Traditionsbuch, dass Brüder einesKlosterministerialen Meginhard Mönche im Kloster waren, S. 140. Etwasspäter (1189—1206) tritt als Mönch auf ein Bruder Udalrichs von Hohen-rain, der ebenfalls Ministeriale gewesen zu sein scheint. S. 147.
Bei Tegernsee gibt die reiche Brief literatur und das chronikalischeMaterial immerhin einige Angaben: Gozpert, der zweite Abt nach derRestauration (978), war ein Freier, denn er hatte freie Verwandte');sein Nachfolger Godehard, der spätere Bischof von Hildesheim, war mini-sterialischer Abkunft, aber wohl freigelassen; dessen Nachfolger Eberhardwar der Verwandte eines Grafen 2 ), der zweite Ekbert war wie zwei frühere:Burkhard und Adalwin, aus dem Kloster Hersfeld hervorgegangen.Ekbert wurde Abt von Fulda; von Abt Eberhard II. heisst es: „Hieerat genere et virtute nobilis, natione Suevus"; die beiden Nachfolgerwie Abt Rupert waren Grafen von Neuburg. Von Abt Konrad heisstes: „Nobilis es gemma, magnatum nobili stemma" 3 ), Manegold vonBerge, später Bischof von Passau, war ein Schwabe aus dem Hause derGrafen von Berg. Sehen wir von dem eingeschobenen Abt Berthold ab,so ist der erste sicher dem Ministerialenstand angehörige Abt Ulrich II.Porterhauser (1248—1261).
Der bekannte Schriftsteller Froumund war aber vielleicht nichtfreier Geburt. Er singt in einem Gedichte an einen Konfrater:Tu melior, generöse puer, quia sanguine maior,Quapropter tibi sum servus super omnia promptus 4 ).
Freiständisch ist vielleicht in älterer Zeit das Kanonissenstift inGeisenfeld gewesen. In dem umfangreichen Codex traditionum fin-den sich folgende Stiftungen für „annona":
>) Pez, Thesaurus 6, S. 124, Brief Nr. 10.
2 ) Pez 6, S. 138, Nr. 6.
3 ) Pez 6, S. 378.
4 ) Pez 6, S. 168.
Schulte, Adel u. deutsche Kirche im Mittelalter.
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