Elftes Kapitel.
Die ßeformklöster Hirsau, Schaffhausen,
St. Blasien und ihre Töchter vermeiden die
Ministerialität.
Das Kloster, mit dem eine neue Periode in der schwäbi-schen Kirchengeschichte anhebt, liegt bereits auf fränkischemBoden; es ist das im Jahre 1059 begründete oder vielmehrerneute Hirsau im Schwarzwalde. Es erhielt seine Mönchevon Einsiedeln, wie den Abt Friedrich. Einsiedeln erscheintspäter als ein freiherrliches Kloster x ), und auch von dem Führerder neuen Kolonie sagt der Codex Hirsaugiensis: „secundumseculi dignitatem ex ingenuis parentibus de Suevorum genteoriginem duxit" 2 ).
In Einsiedeln hielt sich dank der Pflichttreue der Aebteund Mönche die Zucht, gefestigt durch eine Aufzeichnung derGewohnheiten, und wie von hier der hl. Wolfgang ausging,der Erneuerer der Zucht in altehrwürdigen bayerischen Klöstern,
') Den Nachweis habe ich zuerst Zeitschr. f. deutsches Altertum 39,S. 216 f. gebracht, vgl. jetzt die eingehende Darstellung von P. OdiloRingholz, Geschichte des fürstl. Benediktinerstiftes U. L. F. von Ein-siedeln I. Bd. 1904. Dort ist S. 704—712 ein Verzeichnis der Religiösengegeben; ich finde unter ihnen nur folgende Ministerialen: Nr. 66. Tumbvon Neuburg, Propst von Frisen a. 1220.1227. Das mag darin seinen Grundhaben, dass diese Propstei gerade durch dieses Geschlecht war begründetworden oder doch dazu in enger Beziehung stand (Ringholz 1, S. 666).Dann Nr. 98 Hermann von Arbon, aus dem vornehmsten Ministerialen-geschlechte des Konstanzer Domes.
2 ) Ausgabe in den "Wurttemb. Jahrbüchern 1887 Anhang S. 8.
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