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Man ist immer wieder entsetzt über die Vluttaten und dieGreuel der Schreckenszeit. Einer der schlimmsten Blutflecken in derfranzösischen Geschichte wäre aber ein Plan geworden, wenn er zurTat geworden wäre, der uns in dem durchaus zuverlässigen VlauenBuche des Straßburger Bürgers Andreas Alrich überliefert ist,das ja überhaupt die sicherste Grundlage der elsässischen Revo-lutionsgeschichte bietet/ Anter den vielen korrekt mitgeteiltenAktenstücken bringt das Buch den Bericht des damals als Sekretärdes Aufsichtsausschusses tätigen Vrändle an den von Paris gesandtenVolksrepräsentanten Vailly. Er erzählt von geheimen Verhand-lungen mit dem in Straßburg befehligenden General Tieche, dieihm Mainoni, der Vorsitzende des Aufsichtsausschusses, am folgen-den Morgen aufklärte. Man wollte 6000 Mann der National-garde der Stadt, die den Vlutmenschen verdächtig schienen, durcheinen falschen Alarm zu einem angeblichen Angriff auf Kehl auf-bieten und dazu auf Schiffe bringen, diese in den Rhein hinaus-steuern, den Feind zum Feuerkampfe reizen und dann auch vomlinken Llfer aus mit Kartätschen auf die Anglücklichen feuern! Einwürdiges Gegenstück zu den Noyaden von Nantes. FranzösierendeElsäffer hüten sich wohl, die Sache zu berühren, die Anglaubwürdig-keit haben sie ebensowenig nachgewiesen.
Man darf in diesen Regungen des Widerstandes nicht starkeBeweise für den Wunsch einer Nückkehr zu dem alten Reiche, demman einst angehört hatte, suchen. Die Elsäffer, die sich dem Stromeentgegenstellten, wollten das Elsaß von 1740, nicht das von 1640,sie wollten ihre Kultur, ihre Privilegien, ihr altes Necht retten.Sie waren Autonomisten. Noch waren die staatlichen Zuständejenseits des Nheines so, daß sie keine Sehnsucht erwecken konnten.Immerhin fehlen nicht alle Beweise für den Wunsch, wiederunter den Reichsadler zu kommen.
Der Verlauf der Revolution trieb Tausende von Privi-legierten, vom Adel, der Geistlichkeit, die Beamten der Herrschaften,aber auch Bürger und Bauern über den Rhein-. Viele davonkehrten später heim, aber andere blieben auf deutschem Bodensitzen. Es ist niemals der Versuch gemacht worden, diese „Option"darzustellen. Wer hat daran gedacht, festzustellen, wie viele Elsäffer
! Erich Kartmann, Das Vlaue Buch und sein Verfasser, Straßb.Dissert. 19N, zeigt die Zuverlässigkeit des Werkes.
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