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Frankreich und das linke Rheinufer
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alten Zusammenhänge. Hoffnungen auf der einen Seite, Befürch-tungen auf der andern waren die Folge.

Die Wahlen zu den Generalständen ergaben bei den Wahl-männern viele Überraschungen für die am Alten hängenden; aberunter den 24 erwählten Deputierten, von denen 12 durch den drittenStand, je 6 vom Adel und Klerus gewählt wurden, war nur einer,der Advokat Neubell, von radikaler Gesinnung, drei haben sich ihrspäter zugewendet, eine Reihe von andern war konstitutionell-ge-mäßigt-liberal gerichtet, so auch der Altammeister Johann vonTurckheim von Straßburg, der aber schon bald die Flinte ins Kornwarf, weil die Ereignisse über seine altelsässischen Wünsche hinaus-gingen.^

Den Abgeordneten mußten von den Wählern Kefte mit ihrenWünschen mitgegeben werden. Fast alle fordern die Aufrecht-erhaltung der Privilegien der Provinz;^ die der Stadt Straß-burg machen den Eindruck, als hätten sich die Ratsherren der altenfreien Reichsstadt hingesetzt, um «ine günstige Kapitulation mit demKönige von Frankreich abzuschließen.' Der allgemeinen Be-fürchtung gaben auch die Strahburger Ausdruck und verwahrtensich gegen die Verlegung der Zollgrenze an den Rhein. Freilich,gegen das zunftaristokratische Regiment mit seiner Oligarchie undseiner Geheimwirtschaft sprach man sich aus. Sonst steckt in diesenkonservativen Wünschen noch sehr viel vom alten Geiste, von demGeiste des elsässischen Sonderlebens. Man wollte nicht völlig inFrankreich aufgehen, sondern man wollte Privilegien und Sonder-stellung. Im Elsasse trug man ja auch nicht die übelsten Lasten, diein den übrigen Provinzen das Volk bedrückten, so daß zu radikalenForderungen kein Anlaß war. Man wollte das Elsaß zu einerProvinz eöectiveineiit, etlÄN^ere eingerichtet wissen.

Der Geist der Mißachtung des Altüberkommenen hatte dochauch im Elsaß Wurzeln gefaßt und die Ereignisse in Versaillesund Paris fanden ihren Widerhall. Der Vastillesturm (14. Juli)hatte sein Abbild in dem Pfalzsturme in Straßburg (20. Juli), nurwar dieser gegen das alte städtische Regiment gerichtet. Auf dem

i Vgl. zum folgenden, soweit Straßburg in Betracht kommt, ManfredEimer, Die politischen Verhältnisse und Bewegungen in Straßburg 1789(Beirr, z. Landes- und Volkeskunde von Clsaß-Lothr., Keft 23), 1897.

2 Vgl. auch (pumpte renäu par le dmlii 6e ?l2ck5>l2n6en, 1790, S. 5.

° Eimer a. a. O. S. 41.