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Frankreich und das linke Rheinufer
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Not gebeugt, aller Hoffnung beraubt, so weit, jedweden Friedenanzunehmen.

Nur einen einzigen wirklichen Verräter kann man nachweisen,das war der ehemalige Sekretär des Nates der Fünfzehn von Straß-burg, Glaser, der von dort stammte, seit 1624 in französischemSchutze, in seinem protestantischen Eifer seit 1629 französischer Pen-sionär, dann zugleich schwedischer Nesident in seiner Vaterstadt ge-worden war und Ludwig XIII, das Projekt unterbreitete, das Elsaßvier Landvögten zu unterstellen und ihnen als Haupt einen Vize-könig zu geben,einen Franzosen von Geburt, womöglich der deut-schen Sprache mächtig, einen Mann der Tat und von viel Geist"^

Das arme Land bettelte um französische Schonung, und diefranzösische Negierung hatte leichtes Spiel. Sie konnte damalsden Anschein aufrechterhalten, als wolle sie nichts als Gutes bringen,als wolle sie nur vorläufig die Gebiete besetzen; im Besitze allerfesten Plätze, abgesehen von Straßburg, gedeckt durch Vesatzungs-truppen konnte sie die bestehenden Behörden weiter wirken lassen.«Die Leute konnten die hohe Politik nicht völlig durchschauen. Heutewissen wir, daß, um einmal in der Sprache jener Zeit zu reden,Nichelieu der war, der den Blasebalg zog, damit dem Teufel dashöllische Feuer, in dem er Teutschland und Elsaß und Lothringenbriet, nicht ausginge. Wir wissen heute, daß die französischen Sub-sidien und dann das Eintreten Frankreichs in den offenen Kampfden Krieg verlängert haben, daß der Schutz der deutschen Freiheitein Lügengewebe der französischen Eroberungspolitik war und daßdie deutschen Protestanten der eigenen Sache wahrhaftig nichtdienten, als sie dein stärker katholisch werdenden Frankreich dieHand boten. Die Politik Nichelieus war ein Meisterwerk raf-finierter Staatskunst, aber die Elsässer müssen ihm einen großenTeil der Leiden ihres Landes zuschreiben. Mazarin hatte dann dieKeckheit, der Stadt Colmar zu schreiben, Frankreich spiele den Arzt,der nicht allein heilen, sondern auch die Kosten der Heilung tragenwollet «Wenn es die höchste Staatskunst ist, im Nachbarstaateunter den schönsten Redensarten eine Gesundung der Verhältnisse

! Neuß a. a. O. S. 98. Vgl. über Glaser drei Abhandlungen vonNeuß, I^ne mizzinn 8ti'25dourAeoi-,e K I» <üuur cie Loui3 XIII (H,nnale5 6eI'I^Lt 1900), ^c>8i»3 (Ä25el et «cin projet 6 annexer I'^IZ^ce ä lg, Trance(lievue <i'A,l52ce 1869), Leg zuitez 6'un emprunt (^nrmIeZ cie I'Tzt 1902),

2 I^ettrez 6u <üar<Iin»I Närrin I, 710,

Schult? , Frnxtieich und das linle Rheiiiufei IN 145