gelernt hatte. Sein wildes Vlut hatte er bändigen gelernt, erzügelte seine Phantasie, bis der politische Gedanke kristallklar war,er hatte feste Ziele, ohne sie zu verraten, und in der Erfassung einerpolitischen Lage haben ihn sehr wenige wieder erreicht. Doch erhinterließ als Erben einen klugen Schüler, den Italiener KardinalMazarin, der freilich in der inneren Lage seines Landes nicht dieuonnete od6l582,uce aufrechtzuerhalten verstand, die Nichelieu sichmühselig verschafft hatte.
Für das Elsaß brachen wohl noch einmal schlimme Tageherein, namentlich für das Anterelsaß, aber schließlich sicherte derFeldzug von 1644 endgültig den französischen Waffen den Ober-rhein. Das Land blutete aus tausend Wunden. Doch darf mannicht übertreibend Im ganzen hatte in dem furchtbaren Dreißig-jährigen Kriege das Land weniger gelitten als die meisten übrigendeutschen Landschaften. Dafür aber war seit den dreißiger Jahrendrohend die Zukunft aufgestanden. Die relative Nuhe, zum Teileine Folge der Passivität der Straßburger Politik, bezahlte dasElsaß mit seiner Zukunft; denn alle jene scheinbare AneigennüHig-keit Frankreichs war eine bewußte Täuschung.
Noch im Jahre 1644 versicherte Mazarin der «ReichsstadtColmar: „Der König ist entschlossen, mit seinen Bundesgenossen ...nicht das Vlut und Gut seiner Untertanen zu sparen, wie er esauch bisher keineswegs getan hat, um die Dinge des Neiches wiederin den Stand zu setzen, in dem sie nach seiner Verfassung seinmüßten." — „Frankreich trägt den größten Teil der Kriegslastfür die Freiheit Deutschlands." — „Daß das der einzige Zweck ist,den Frankreich mit seinen Waffen verfolgt, ohne jeden Plan undjede Absicht, irgendwelchen Vorteil aus so vielem vergossenen Vluteund so vielem für das Heil seiner Nachbarn und Bundesgenossenverwendetem Gute zu ziehen, was auch immer seine Feinde ihmhaben unterschieben mögen: als den Nuhm, sie zu retten und vor
i Die verlassenen Orte sind viel weniger zahlreich als sonst. NachNeuß a. a. O. 112 zitieren französische Schriftsteller vielfach, daß im Kerbst1643 zwischen Straßburg und Nufach niemand in einem Dorfe gelebt hatte,sie vergessen aber die Worte „alle haben sie sich in Sicherheit gebracht" undvor wem? Den zuchtlosen Scharen des französischen Marschalls Gusbriant.Die von Neuß S. 128 einer Nöhrichschen Handschrift entnommenen An-gaben entstammen Kirchenbüchern, deren Kritik inzwischen große Fort-schritte gemacht hat. Die Leiden des Landes waren, auch wenn man alleÜbertreibungen ablehnt, zweifellos entsetzlich.
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