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Zweites Buch. Organisation der Gesellschaft. 1. Kapitel. § 6. 7
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fange. Am Jahresende traten da die vier Leiter, unterstützt von nochvier anderen Gesellschaftern, die aus der Zahl der kapitalstärkstenTeilhaber zu wählen waren, mit den Faktoren und dem Buchhalter zurAufstellung und Kontrollierung der Jahresbilanz zusammen. 1
Am sonderbarsten sind zwei Dinge. Der tatsächliche Begiererder Gesellschaft gehörte zum Aufsichtsrate, und eine Ehrung warddem Aufsichtsrate nicht gegeben, wie eine andere Entschädigungals der kostenfreie Lebensunterhalt bei der Bechnung nicht zu er-weisen ist. Das deutsche Handelsgesetzbuch schließt die „Begierer",die geschäftsführenden Direktoren vom Aufsichtsrate aus, derBavensburger Ausschuß gleicht mehr einem erweiterten Direktorium.Eine ähnliche Erscheinung findet sich auch heute noch bei denAktiengesellschaft des französischen und englischen Bechtes. Daswürde noch stärker hervortreten, wenn der Neunerausschuß, wiebald zu erörtern sein wird, alleiniges Stimmrecht auf den großenBechnungstagen gehabt haben sollte. Das alles sticht von denmodernen deutschen Zuständen erheblich ab. Jedenfalls ist diesAuftreten einer Delegation der Gesellen für die Geschichte desBechtes der Handelsgesellschaften von erheblicher Bedeutung.
Eine besondere Organisation darf man dahingegen wohl in denGesellen, „so husa sind", nicht sehen. Sie werden in dem Ver-zeichnisse von 1497 den bei den einzelnen Geliegern aufgezähltenund denen „auf der Straße" entgegengestellt. 2 „Husa" steht imSchwäbischen im Gegensatz zu draußen, es sind die nicht gerade imAugenblick der Abrechnung in den Geliegern oder auf der Straßebefindlichen Gesellen, die aber doch auch für die Gesellschaft ge-arbeitet haben, denn sie sind ja in die Liste der Gesellen aufgenom-men: „so man eren sol".
§ 7. Rechnungsperioden. Rechnungstage. Gemeinsame Mahlzeiten. Zahl der An-wesenden. Stimmberechtigung. Hauptgut. Höhe. Bilanz. Vergleich mit anderenFirmen. Höhe des Gewinns. Vergleiche.
Die Hauptversammlung der Gesellschaft war „die Bechnung",wo der Abschluß der Bücher stattfand, die Bilanz gezogen und dieDividende festgesetzt wurde. Die Gesellschaft hatte für eine mittel-alterliche eine sehr lange Bilanzperiode, die längste, die bisher er-wiesen ist. Wir wissen, daß Bechnungen in folgenden Jahren statt-fanden : 1458,1477,1494,1497,1500 (Abschluß des Wertbuches 15.0k-tober), 3 1503 (Bücherabschluß 4. Januar 1504), 1507 (Bücherabschluß20. April), 1510 (Bücherabschluß 20. August), 1514 (Bücherabschluß
1 Strieder, Studien z. Gesch. kapitalistischer Organisationsformen, S. 138.
a Unten 3, 48. 1497 waren es 12, gegen 3 Eegierer und 6 „uff der straus"und 17 in den Geliegern, 1500 13 gegen 3 Regierer und 16 in den Geliegern,1507 5 gegen 4 Eegierer (als solchen wird man wohl Hans Lamparter, der aufAlexius Hilleson folgt, ansehen müssen) und 21 in den Geliegern.
3 Die Abschlüsse aus dem Wertbuche, die am Ende der Rechnung statt-fanden, aus dem Ratzenrieder Rechnungsbuch.