Druckschrift 
1 (1775)
Entstehung
Seite
148
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143Calthon und Colmal.ihres Feinds. Sie spannten den Bogen vor ihm:und stürzten sich in seine Kriege. Sie blicktendie gefallenen Mauren ihrer Väter; blickten inder Halle die grünenden Dornen. Heimlich ent-stürzten ihre Thränen. Zu Zeiten, wurden ihreAntlitze trüb. Dunthalmo bemerkte ihr Leiden:seine düstere Seele bestimmte ihren Tod. In zwoHöhlen schloß' er sie ein, an Teuthas erschallen-dem Ufer. Hier kam' nicht die Sonn' mit ihrenStrahlen; auch nicht der Mond bey der Nacht.Rathmors Söhne blieben in Schatten, und sahnihren künftigen Tod.Schweigend weinte die Tochter Dunthal-mos, die schönlockigte blauangigte Colmal. (*)An Calthon rollte heimlich ihr Aug; sein Reitzschwoll in ihrer Seele. Sie bebte für ihrenKrieger; aber was konnte Colmal verrichten?Ihr Arm konnte die Lanze nicht ſchwingen; fürihre Seite ward das Schwert nicht geschaffen.Nie stieg' ihr weisser Busen unter einem Panzer.Nie war ihr Aug das Schrecken der Helden,Wasaus der Gallischen Sprach entspringen, welches eineProbe ist, daß sie einst die allgemeine Sprache der gan-zen Insel gewesen.(*) Caol-mal, eine Frau mit schmalen Augbraunen.Diese waren in Ossians Zeiten ein unterscheidenderTheil der Schönheit, und er fehlt selten, den schönenFrauen solche zu geben.