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Der Laubacher Barlaam : eine Dichtung des Bischofs Otto II. von Freising
(1184 - 1220)
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504
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54—62. Zusatz des dichters; vgl. diss. § 200.59. arebeiten. arb. u. ä. findet sich im LBarl. 77 mal, davon 50 malarheii: eil, 8 mal im reim auf eite(n) und 19 mal im versinnern. Stetskann man arebeil einsetzen, nur 15 572 (im versinnern) scheint synkopeverlangt zu werden, aber auch da könnte mit leichter änderung areb.eintreten. Zum vergleich habe ich die ersten 5000 versc von Rud. Bari,durchgesehen: von den 14 betr. formen tragen nur die 9 im reim stehen-den arbeit zwei hebungen (davon 113,6 zweifelhaft), arbeiten 67,3 und dieim versinnern stehenden formen nur eine. Verse wie swie grözer arbeiter sie iwanc 56, 20 oder du soll durch in arbeil hän 97, 37 müßten sich auchim LBarl. öfter einstellen, wenn das e synkopiert war.

63. an den selben stunden. Da in der hs. die initiale fehlt und u oftkein diakritisches zeichen trägt, so kann hier (wie 812 und 842) auchzuo (vgl. 721. 1299. 3478, 12 396) oder in (vgl. 8847) gestanden haben.Ich wähle das mcistbelegte, an (vgl. 10 733. 11588. 12 812 und 8861.8878. 13 790. 14 564).

65. goie. Ich wechsle im dat. sg., nom. akk. und gen. pl. nach dembedürfnis des verses zwischen not und gole. Die apokope ist durch denreim gesichert (diss. § 95). Da aber-— von den unsicheren fällen abgesehen-— die betr. form im versinnern weit öfter (etwa 70 mal) taktfüllend alseinsilbig (etwa 45 mal) verlangt wird, so trage ich kein bedenken, hierund in ähnliehen fällen (geböte, gebete usw.) die vollform einzusetzen.

68. vil gewallicliche = 72. 3411. 3417. (vil harte gew. 10 654.)Dies paarweise vorkommen gleicher oder ähnlich gebauter vorse istim LBarl. häufig: 782. 796 Noch gebot er mere; 1236. 1252 Er geddhtein sinem muoie; 1319. 1395 in den landen wilen; 1562 f. 1574 f. willen:vollenbringen. 29 sie lebeten iugeniliche (38 heüicliche); 32 über allczdaz lant (37 riche); 69 er was der eren gar ein gir, 75 er was des Ubesgar ein hell; 3911 do begund er trüren (3915 denken); 3916 er wolt ezaber gesehrenken (3918 vähen); 5633 ungerne ich anders taste (5644 worhte).Der grund dieser erscheinung ist wohl z. t. eine unbewußt nach-klingende crinnerung, die von selbst zu erneuter Verwendung drängt(und nicht, wie wir das heute verlangen würden, durch bewußtesstreben nach mannigfaltigkeit im ausdruck ausgeglichen wird); vgl.z. b. auch die gruppenweise Verteilung der an sich fast überall brauch-baren verse der vil heilige geisi und der vil heilige man: 2604. 2639.2643.— 7176. 7244. 7398.— 11445. 11671. 11793.— 14503. 14579. Be-günstigt wurde diese neigung durch die Vorliebe für formelhafte Wen-dungen in der poesie des zwölften Jahrhunderts, die nicht etwa als armuts-zeugnisse, sondern als charakteristischer schmuck (wie etwa bei unszitate und Sprichwörter) aufzufassen sind. So ist es nicht verwunder-lich, wenn oft auch absichtlich an inhaltlich parallelen stellen der erzählungder selbe vers wiederkehrt: 1835. 1883 den vogelen ze Jräze; 2117. 2145Dö begunde jür gän; 3507. 3532 Ilerre vater Abraham; 4281. 4297 Da-