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Wie Kann dem Handwerker geholten werden?
3tichts hat gerechteren Anspruch auf Verbesserung als das Handwerk, denn obgleich wir ohne es eben so wenig lebenkönnen als ohne den Ackerbau, so liegen die Gewerke dennoch seit vielen Jahren so darnieder, daß es auch dem tüchtigstenHandwerker schwer fällt, wenn er anders aus seinem Vermögen nichts zusetzen kann, sich und den Seinigen das täglicheBrod zu verschaffen. Das soll, das darf nicht sein. Es muß geholfen werden!
Wie aber soll das geschehen?
Scheinbar hat die Partei der „sogenannten" Demokraten sich bis jetzt der Handwerker angenommen; scheinbar,denn sie hat nichts gethan, als mit leeren Worten um sich geworfen. Von leeren Worten kommt aber keine Hülfe.
Ueber diese leeren Worte würden wir nun kein Wort weiter verlieren, wenn es nicht bei der Untersuchung dessen,womit dem Handwerker geholfen werden kann, unsere erste Pflicht wäre, vor dem zu warnen, was nicht allein nichts helfenkann, sondern den Handwerkerstand geradezu in das tiefste Elend stürzen muß. — Die „sogenannten" Demokraten habennämlich keine andere Absicht, als die Noth der Handwerker für ihre eigenen Zwecke auszubeuten. Freilich, wenn man inden Volksversammlungen und Klubs die „sogenannten" Demokraten reden hört, dann sollte man meinen, es käme ihnenAlles vom Herzen; untersucht man die Sache aber ein Bischen genauer, so ist es gar nicht schwer, ihre Pläne bis auf denGrund zu durchschauen.—Das steht fest: soll denHardwcrkern geholfen werden,so kann dieß nur durch die Th a t geschehen.Die „sogenannten" Demokraten vertrösten Euch aber auf eine künftige Republik: könnt Ihr nicht, bis diese ^gekommen,tausendmal verhungert sein? Aber abgesehen davon, frage ich Euch: seid Ihr dessen auch gewiß, daß in einer Republikdas Handwerk blühen werde? Seht hinüber nach Frankreich, da habt Ihr eine Republik. Liegt da das Handwerk nichttausendmal schlimmer darnieder, als es unter dem Königthum der Fall war? Nur Eins hat die Republik dem Handwerkerin Frankreich gebracht, — aber nichts Gutes. An den sechshundert Millionen Franks, die Frankreich seit zehn Monate»mehr als unter dem Königthum gebraucht hat, mußte der Handwerker mit bezahlen. Also kann eine Republik d/m Hassi^werker keinen Vortheil bringen, mögen die „sogenannten" Demokraten auch so viel schwatzen als sie wollen. —
Aber auch davon abgesehen, daß die „sogenannten" Demokraten dem Handwerke nicht helfen können, sie wollenihm auch nicht helfen, und das will ich Euch durch die zwei Grundsätze beweisen, nach welchen die „sogenannten" Demokratenhandeln. — Der erste Grundsatz lautet:
„Man muß dafür sorgen, daß das Handwerk immer mehr und mehr herunter komme, damitin Folge dessen Armuth und Elend so überHand nehmen, baß das Volk vom Hunger gezwungenwerde, zu den Waffen zu greifen."
Der zweite Grundsatz heißt:
„Man darf der Regierung um keinen Preis Ruhe lassen."
Es wird Euch aber schwer fallen, das von den Leuten zu glauben, die Euch täglich hundertmal wiederholen, daßes ihnen nur um Euer Bestes zu thun sei. Es ist daher nöthig, daß ich es Euch beweise.
Es ist ganz natürlich, daß die Umwälzung, von welcher die „sogenannten" Demokraten träumen, nur Idurch die großeMehrzahl des Volkes durchgesetzt werden kann. Die große Mehrzahl des Volkes besteht aber ans Handwerkern und Arbei-tern; daher ist es vor allen Dingen nöthig, diese zu gewinnen. Wie bewerkstelligen sie das? Durch ein einfaches undbilliges Mittel: durch Wortfechterei und leere Versprechungen. Damit ist aber erst die kleinere Hälfte be< Sache gethan,denn die Handwerker und Arbeiter sind zufrieden, wenn sie ordentlichen Verdienst haben, und so lange dletz ^r Füllst,taugen sie noch nicht für die Pläne der „sogenannten" Demokraten. Daher ist es nöthig, ihnen allen Verdienst zu entziehen,damit sie endlich, von der Verzweiflung zum äußersten getrieben werden. — Wenn Ihr nun die Augen aufthut, so werdetIhr die Wahrheit des Gesagten gleich einsehen. Wäre es den „sogenannten" Demokraten wirklich darum zu thun, »Euchzu helfen, so würden sie Euch auf de» ersten Grundpfeiler des Wohlstandes, die Arbeit, hinweisen. Haben sial^sjemals gethan? Nein, gegen Euere Arbeitgeber, gegen Staat und Gesetz Hetzen sie Euch auf. Wie es den „sogemmuzDemokraten darum zu thun ist, Euch zu helfcu, das könnt Ihr aus den Verhandlungen der Nationalversammlui.^^^^^lin ersehen. Als man eine neue Gewerbeordnung berathen wollte, widersetzten sie sich. Und warum thaten sie das> VZeilsie Euch nicht helfen wollen, denn thä ten sie es, so wü rden sie ja ih ren eigen en Absichten entgegenarbeiten. Merkts, ihr einziges Streben geht nur dahin, Euch von der Arbeit und die Arbeit von Euch zuentfernen, damit recht bald die Zeit komme, welche sie so sehnlich erwarten, nämlich daß Euch derHunger zur Empörungtreibe.
Der zweite Grundsatz ist nur ein Ausstuß des ersten, denn weil das Handwerk nur dann einen goldenen Boden hat,wenn Gesetz, Ruhe und Friede im Lande herrscht, das Ausblühen des Handwerks aber den Plänen der „sogenannten,, Demo«traten schnurstracks zuwider läuft, so ist es nöthig, diesen Hebel des Handwerks zu entfernen.