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An die Urwähler: die Demokratie und das Handwerk
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An die Urwa

Wie Demokratie und das Handwerk.

obgleich ich diese Zeilen für die UrWähler im allge-meinen schreibe, so richte ich sie dennoch insbesondere anEuch, Männer vom Handwerk, denn Euch thut esvor allen Dingen Noth, über die eigentlichen Absichtender „sogenannten" Demokraten aufgeklärt zu werden.

Das Handwerk liegt darnieder. Keiner empfindetdas schmerzlicher als Ihr; aber glaubt nicht, daß Ihr esallein empfindet.- alle Welt ist von der Ueberzeugungdurchdrungen, daß Euch geholfen werden muß; nur überdie Mittel denkt man verschieden. Es ist nicht meine Absicht,jetzt der Mittel Erwähnung zn thnn, welche mir dieallein praktischen schienen, — ich werde diesen Gegen-stand in den ersten Tagen ausführlich behandeln — heuteist es mir blos darum zu thun, Euch bor den süßenWorten einer Paitci zu warnen, die Euch nicht alleinnichts Gutes, sondern nur das tiefste Elend bringen kann.

Paßt auf, ihr Männer vom Handwerk, undIhr Alle, die Ihr von der Arbeit cuercr Händeleben müßt!

Die „sogenannten" Demokraten versprechen Euch sehrviel, nicht wahr? Ihr habt aber den Kukuck von denVersprechungen, — könut Ihr Weib und Kind, wennsie hungern, mit den süßen Worten der „sogenannten"Demokraten sättigen? Gewiß nicht. Aber abgesehen da-von, daß Ihr bis zur Erfüllung dieser Versprechen ver-hungern konnt, frage ich jetzt: tonnen ^dicsc Versprechun-gen auch jemals erfüllt werden? Antwort: ja, sie werdenerfüllt, wenn wir in den Hundstagcn Schlittschuhe lau-ft!'. Ich will's jedoch so streng mit den Herren nichtnehmen und alle bis jetzt gemachten Vorwürfe für nichtsachten, vorausgesetzt, daß die Viclvcrsprcchcr es wirklichgut mit Euch meinen. In diesem Falle könnte ich sienur überspannte Schwärmer nennen, sollte ich aber fin-

den, daß sie es nicht gut mit Euch meine», dmm —nun dann mögt Ihr den für sie passenden Ausdruck selbstsuchen.

Und cS ist mir gar nicht schwer, Euch von dem, wasdie „sogenannten" Demokraten eigentlich mit Euch wollen,zu überzeuge», indem ich Euch die zwei Haiiptgrnndsatzcauseinandersetze, nach welchem die Herren Viclvcrsprechcihandeln. Ihr erster Gttmd>atz heißt: „Man muß da,für sorgen, daß das Handwerk immer mehr undmehr sinke, daß die Arbeit immer seltener werde,damit die Verarmung bis zum äußersten um sichgreife und daö Volt endlich vom Hunger gezwu»«gen werde, zu den Waffen zu greifen."

Merktö Euch, Handwerker und Arbeiter! das ist dererste Grundsatz der „sogenannten' Demokraten. — „Istdas aber auch wahr?" werdet ihr fragen. Ja, es istwahr! Aber mit dem Sagen ist es nicht genug, ich willes Euch auch beweisen. Die große Revolution, welche inden Köpf.il der „sogenannten" Demokraten spukt, ztaminur, wie sie richtig auuehmcn, durch die Massen desVolkes durchgesuchten werden, daher müssen sie es vorallen Dingen darauf absehen, die großen Massen desVolkes, das heißt die Handwerker und Arbeiter, für ihrePläne zu gewinnen. Wie sollen sie das aber anfangen?Die Handwerker und Arbeiter sind zufrieden, wenn siehinlänglichen Verdienst haben, und so lange dieß dc/Fall ist, werden sie es sich gewiß nicht einfallen lassen,sich für die »sogenannten" Demokraten die Köpft zer-schlagen zu lassen. Es bleibt also diesen Herren zur Er-reichung ihrer Zwecke nur ein Weg, nehmlich dahin zuwirken, daß die Handwerker und Arbeiter nichts mehrverdienen tonnen, damit in Folge dessen Verarmungund Elend so übechemd nehmen, daß die Menschen vom