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Darstellung der Streitsrage
zwischen deni
Abgeordneten Freiherr« v Nincke und dem Herrn Jung,
nebst den dazn gehörigen Documcnten.
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> sn der 134. Sitzung der deutschen Nationalversammlungzu Frankfurt a. M. am 13. December 1848 äußerte derAbgeordnete Frhr. v. Vincke, daß die Majorität der Berli-ner Nationalversammlung nicht frei gewesen sei von Motivenniederen Ehrgeitzes und daß dieselbe sich wesentlich durchpersönliche Motive in ihren Abstimmungen habe leiten lassen.Diese Aeußerung erregte auf der linken Seite des Hauseslebhaften Widerspruch. Herr v. Vincke erklärte, als der Ab-geordnete für Stuttgart ausrief: „das ist nicht ritterlich!"er sei gesonnen jenen Männern aus der Versammlung inBerlin Rede zu stehen, wenn sie sich durch eine Aeußerungvon ihm beleidigt hielten; er habe Niemanden genannt, son-dern nur im Allgemeinen von jener Versammlung gesprochen,glaube auch, daß jedes Mitglied der deutschen Nationalver»sammlung wohl das Recht habe, die Handlungen der Majori-tät einer andern Versammlung in Deutschland zu kritisiren.
Herr v. Vincke sprach nochmals die Ansicht aus, ,„daß dieMajorität jener Versammlung gezeigt habe, daß nichtlbloß dasWohl des Vaterlandes ihren Handlungen das Mwip gegebenhabe, sondern auch ihr persönlicher Ehrgeiz, und, daß dieselbemindestens nicht die Selbftuerläugnung besessen habe, welche er.als die nothwendigste Tugend, namentlich eines republikanischenGemeinwesens, nach der Erfahrung der Geschichte betrachtenmüsse.
Der Abgeordnete Herr Jung von der aufgelösten BerlinerVersammlung fühlte sich durch die oben angeführten Aeußerun-gen des Herrn v. Vincke veranlaßt unter dem 16. Decemberv. I. an den letztern eine Herausforderung zum Duell zurichten.
Wir lassen das Schreiben desselben hier folgen:
„In der 134. Sitzung der deutschen Nationalversammlunghaben Sie das preußische Parlament nicht allein beschimpft, son-dern auch die Mitglieder desselben förmlich provocirt. So sehrich sonst solche Rodomontaden verachte, ist doch die Gelegenheit,einen Verräther zu züchtigen, zu günstig, als daß ich sie nichtbenutzen sollte. — Sie werden mir also Genugthuung gebenauf Pistolen, da ich keine andre Waffe führe. Falls der Zufall- Sie nicht nach Berlin führt, dürste Gisenach der Punkt einerbilligen „Vereinbarung" sein, an dem wir uns treffen würden.Ich) bin jeden Tag bereit und erwarte Ihre Dispositionen./ Berlin, 16. Dezember 1848.
Jung,Abgeordneter für Berlin bei der aufgelöstenNationalversammlung. Charlottenstr. 56."
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Herr v. Vincke, welcher über die Persönlichkeit des HerrnJung überhaupt keine Nachrichten besaß, mußte, da Herr JungBeamter und Abgeordneter war, dessen Ehrenhaftigkeit voraus-setzen, und trug demnach nicht das mindeste Bedenken, die erhal-tene Forderung sogleich zu acceptiren. Er richtete demgemäßunmittelbar nach Empfang des oben mitgetheilten Schreibensdie folgende Antwort an Herrn Jung:
„Ew. Wohlgeborengefällige Zuschrift vom 16. d. M. hatte ich die Ehre, so ebenzu empfangen.
Ich entnehme daraus, daß Wohldieselben durch die von mirin der 134. Sitzung der deutschen Nationalversammlung überdaS Verfahren der Majorität der vormaligen Versammlung zurVereinbarung der preußischen Verfassung gemachte AeußerungSich persönlich beleidiget erachten, und bin mit Vergnügen be-reit, die aus diesem Grunde an mich gerichtete Herausforderungauf Pistolen anzunehmen.
Da ich bei der bevorstehenden Vollendung der Mission derNationalversammlung eine längere Abwesenheit von Frankfurtam Main möglichst zu vermeiden wünsche, so nehme ich Ew. W.ferneres Anerbieten, zu dem bezeichneten Zwecke mit mir in Gi-senach zusammentreffen zu wollen, dankbar an und behalte mireine weitere Mittheilung darüber vor, an welchem Tage ich dorteinzutreffen proponlre. Für heute befinde ich mich dazu, zu mei-nem lebhaften Bedauern, außer Stande, weil ich mich noch nachSecundanten und Zeugen umzusehen habe, und die in diese«Woche noch bevorstehenden wichtigen und dringenden Geschäfteder Nationalversammlung eS keinem meiner Freunde gestattenweiden, vor den Festtagen sich von hier zu entfernen. Ich hoffeindeß, am 26. Abend« hier abreisen und am 27. in Elsenach ein-treffen zu können, und würde in diesem Falle am 28. früh zuEw. Wohlgeb. Diensten sein.
Mit vorzüglicher Hochachtung habe ich die Ehre zu beharrenEw. Wohlgeb. geh. D.
Frankfurt a. M, 19. Dez. 1848. V.
Nachdem das angeführte Schreiben abgesendet war, ersuchteHerr v. Vincke den Grafen v. Schwerin und den Freiherrnv. Schlotheim, beide Abgeordnete der deutschen Nationalver-sammlung, ihn als Zeugen und Secundanten zu begleiten, undmeldete sodann dem Herrn Jung unter dem 21. December, daßer am 27. December Nachmittags in Eisenach eintreffen werde.Gleichzeitig sprach Herr v. Vincke die Voraussetzung aus, daßHerr Jung mit seinen Begleitern den in Eisenach Nachmittags