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Band VII.
Kasuistik.
357
Krankheitsverlauf.
1872 bis 1885.
8.
Behandlung etc.9.
1872, 731876/77
1878 791880 811884,85
Kribbeln in den Unterschenkeln und Händen, lanzinirende Schmerzen. Gürte Ige fühl.
Schwäche in den Beinen. Verschlechterung dos Lungenleideus. Fortbestand der lanzinirendenSchmerzen unter Eiufluss der Witterung.
Ataxie in den Unterextremitäten. Unvermögen, längere Zeit zu gehen.
Gehen an Stöcken und schnelle Ermattung.
Ataktischer Gang; Gefühl von Taubheit und Ameisenkriechen; heftige lanzinirende Schmerzenin sämmtlichen Extremitäten; Reifengefühl; Anästhesie und Analgesie an den Unter-extremitäten. Verlust des Druck- und Temperatursinnes. Westphal'sches Zeichen.Grobe Kraft an den Beinen sehr herabgesetzt, an den Oberextremitäten nur wenig verringert;Kribbeln in den Fingern; permanentes Harnträufeln und Cystitis; Parese desSphincter ani; heftige Magenschmerzen. Myosis und reflektorische Starre,zuweilen Doppeltsehen. Herztöne rein. Gelenkveränderungen nicht vorhanden. Lungen-tuberkulose. Gebrauch von Tabak auch in ganz kleinen Quantitäten regt ihn so auf, dass eran Armen und Beinen ein heftiges Zittern bekommt.
1872/73
1874/751876/771878/791880/811882/831884/85
Furchtbare Schmerzen in den Beinen, konnte fast gar nicht mehr gehen und stehen.Incontinentia urinae.
Schmerzen und Parese bestehen unverändert fort; Blasenlähmung verschwunden.
Meist bettlägerig wegen ganz betäubender Schmerzen.
Das Gehvermögen bessert sich, die Schmerzen ermässigon sich.
Zustand unverändert.
Keine Veränderung.
Bedeutende Ataxie, Gehen an zwei Stöcken auf kurze Strecken, Westphal'sches Zeichen.Periodisch wiederkehrende Schmerzen in den Unterextremitäten; Verlust der Schmerz-empfindung und sehr bedeutend verlangsamte Leitung; Anästhesie an den Unter-extremitäten. Tastgefühl an den Oberextremitäten erhalten, Schmerzempfindung auch anden Oberextremitäten erloschen. Pupillen von mittlerer Weite und reflektorischstarr; nie Doppeltsehen. Herztöne rein, nie Anfälle von Bewusstlosigkeit, Potenz erhalten.Im Oktober 1884 fiel Patient auf den linken Ellenbogen. Sechs bis acht Wochen späterentwickelte sich am äusseren Condylus eine kleine Geschwulst. Späterhin entstandvom unteren Drittel des Oberarmes an über Vorderarm und Hand eine bedeu-tende Anschwellung mit Röthung der Haut ohne Schmerzhaftigkeit. Nachund nach nahm diese Geschwulst wieder ab und ist seit Ostern 1885 auf das Ellenbogen-gelenk lokalisirt. Der Umfang des linken Ellenbogens 31, des rechten 24 cm, des linkenVorderarmes dicht unter dem Gelenke 28, des rechten 24 cm, des linken Oberarmesunmittelbar über den Condylen 24, des rechten 23 cm. Bewegungen im kranken Ellen-bogengelenke rufen ein bedeutendes Krachen hervor. Parese der linken Hand. Niemalsgastrische Krisen. Appetit und Verdauung gut. Die Gelenkveränderungen sind durchTafel VI, Fig. 1 und 2, kenntlich gemacht.
Vor Eintritt dererwähnten Besserunggebrauchte Patienteine achtwöchent-liche Kaltwasserkur.(Schlafen in nassenDecken und Abrei-bungen.)
1872,73
1878/791882,831884/85
Reifengefühl. Anschwellung der Hand-, Knie- und Fussgelenke unter den Er-scheinungen des akuten Rheumatismus.
Doppeltsehen.
Impotenz.
Geringe Ataxie, grobe Kraft an den Unterextremitäten erhalten. Tastempfindung an denUnterextremitäten fast verloren, Schmerzempfindung herabgesetzt und ver-langsamt. Temperatursinn leidlich erhalten. Westphal'sches Zeichen. Keine erheb-lichen Schmerzen, wohl aber Zuckungen in den Beinen. Abstumpfung der Tastempfindungin den Oberextremitäten, desgleichen Herabsetzung der Schmerzempfindung, Kribbeln undTaubsein in Händen und Füssen. Pupillen verengt und reflektorisch-starr. —Keine Gelenkveränderungen, keine gastrische Krisen, keine apoplektiforme Anfälle. Herz-töne rein. Die psychische Stimmung wechselt häufig.