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Traumatische, idiopathische und nach Infektionskrankheiten beobachtete Erkrankungen des Nervensystems bei den Deutschen Heeren in Kriegs gegen Frankreich 1870/71
Entstehung
Seite
329
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nd VII.

Band VII.

Kasuistik.

tome

Krankheitsverlauf.

1872 bis 1885.

Behandlung etc.

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Kribbeln undGefühlsabstumpfung in beiden Fusssohlen, in der linken Hand, sowieim Verlaufe der Wirbelsäule und im Kreuz. Reissende Schmerzen und Schwäche inden Beinen. Unsicherer Gang, Schwanken beim Augenschluss.

Brach'sches Symptom. Parese der Beine. Fortbestehende Schmerzen.

Untersuchung am 11. Februar 1878 durch Oberstabsarzt Fraentzel: Klagen über Schwächein beiden Beinen, über Gürtelgefühl, über reissende Schmerzen im rechten Oberschenkelund rechten Arm, sowie über Kribbeln in den Zehen des rechten Fusses und das Gefühlvon Eingeschlafensein der rechten Hand. Kräftige Muskulatur. Bedeutende Ataxiebeider Beine. Breitbeiniger und stampfender Gang, die rechte Unter-extremität etwas nachziehend. Brach-Romberg'sches Symptom. Kann auf einemBeine nicht stehen und nicht auf einen Stuhl steigen. Auch im Liegen ausgesprocheneKoordinationsstörungen. Grobe Kraft in den Unterextremitäten erhalten. Geringe Pareseder linken Hand. Eine ebensolche auch im Gebiete des rechten Gesichtsnerven. Augen-muskeln intakt, Pupillen etwas eng aber gut auf Lichtreiz reagirend. Un-gestörte Funktion der Blase und des Mastdarms. Muskelatrophien nirgendserkennbar. Tastsinn, Raumsinn, Drucksinn, Schmerz- und Temperatur-empfindung an beiden Beinen sehr erheblich herabgesetzt; am rechten aberstärker als am linken. Mit den linken Fingern vermag er ein Markstück nicht von einemThalerstück zu unterscheiden. Das Kniephänomen fehlt vollständig. Die elektro-muskuläre Erregbarkeit für beide Stromesarten ziemlich gut erhalten. Diagnose:Tabes.

Das Gehvermögen hat sich erheblich gebessert. Beim Schliessen der Augen tritt erst nachlängerer Zeit ein geringes Schwanken ein.

Befund vom Verfasser: Kräftiger Knochenbau. Gute Muskulatur. Klagen über Schwäche undSchwere in den Beinen. Sensibilität der Haut am rechten Unterschenkel und Fuss an-scheinend etwas verringert, unterscheidet nicht präzise Kopf und Spitze einer Nadel. Hatperiodisch Stirnkopfschmerz, keinen Schwindel, keine Schwerhörigkeit, keine Anfällevon Bewusstlosigkeit. Bulbi frei beweglich. Pupillen von mittlerer und gleicherWeite und guter Reaktion. Gesichtsnerven frei. Beide Oberextremitäten von gleichguter Ernährung. Druck der linken Hand etwas schwächer als rechts, aber doch nochkräftig. Sensibilität intakt. Muskulöse Unterextremitäten. Beiderseits abnorm leb-hafte Patellarreflexe. Rechts Fussphänomen. Patient geht etwas schleifend undbeugt das rechte Bein im Kniegelenk wenig oder gar nicht. Keinerlei Koordinations-störungen. Blase und Mastdarm von guter Funktion. An der Wirbelsäule keine Ver-änderung. Kein Gürtelgefühl; keinerlei nervöse Krisen.

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Die Schmerzen waren zwar continuirlich, aber nicht sehr heftig, sie zeigten sich vom Witterungs-wechsel abhängig.

Konnte noch als Kutscher thätig sein.

Reissende Schmerzen und zunehmende Schwäche in den Beinen. Auch die Gebrauchsfähigkeitder Arme nahm ab.

Gürtelgefühl. Schmerzen im ganzen Körper, zunehmend unter Witterungseinflüssen. Nachtshäufig Beängstigungen, Athemnoth und Aufschreien. Häufiges Frostgefühl.Muskelzittern im Gesicht und an den Beinen. Ataxie in allen Extremitäten. Sensibilitätan den Händen sowie an den Unterextremitäten, namentlich in den peripherischen Abschnitten,herabgesetzt. Analgesie und äusserst verlangsamte Leitung. Spreizender,stampfender Gang. Stehen ohne Unterstützung unmöglich. Westphal'sches Zeichen.Muskelatrophie an der linken Hand. Linke Pupille weiter. Reaktion auf Licht-einfall beiderseits fehlend, aber auf Konvergenzstellung eintretend. Lähmungdes Musculus rectus internus dexter. Psychisch fällt die oft weinerlicheStimmung auf. Keine Gelenkveränderungen. Häufig eintretende Schmerzen im Magen,namentlich nach Nahrungszufuhr. Incontinentia urinae et alvi.

Sanitäts-Bericht Über die Deutschen Heere 1870/71. VII. Bd.

Bis zum Jahre 1878wiederholte Bade-kuren in Oeynhausenund Teplitz angeb-lich ohne jeden Er-folg. Später Besse-rung ohne Kuren.

Im städtischenKrankenhause zuBerlin 5 Monatebehandelt.

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