Band VU.
ÎII. Abschnitt: Nervöse Störungen nach Schussverletzuhgen des Halssympathikus.
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; endlich fünfmal. Bei zwei Kranken wurde ihr Fehlen aus-drücklich hervorgehoben.
Man könnte versucht sein, diese unbeständigen Er-¡\, scheinungen als durch die Zeit bedingte Veränderungendes Krankheitsbildes aufzufassen. Bekanntlich hat Nicatiei zwei Perioden der Lähmung des Halssympathikus unter-,i schieden. Die erste soll sich dadurch kennzeichnen, dass1- neben den oculopupillären die vasomotorischen Symptome:; Röthung, Schweissvermehrung, Temperaturerhöhung in denVordergrund treten, in der zweiten sollen neben Fort-Y bestand der Augenveränderungen die trophischen Störungenm ausgesprochen, die vasomotorischen aber rückgängig ge-worden sein, daher die Gesichtshälfte mager und blass, dieTemperatur niedriger erscheine und der Schweiss mangele._ Unmittelbar nach dem Trauma ist nun leider kein einzigerp der in der Tabelle aufgeführten Kranken untersucht worden.n Die erste Untersuchung fand am frühesten zwei Monate nachder Verletzung statt. Ein Urtheil über die unterscheidenden. Merkmale der Nicati'schen Perioden lässt sich deswegen. aus obiger Uebersicht nicht fallen. Was insbesondere dien vasomotorischen Erscheinungen anbelangt, so haben Vul-pian und Seeligmüller auf ihr periodisches Ver-schwinden und Wiedererscheinen aufmerksam gemacht. Siekönnen sich darum, weil sie nur in Intervallen und inAnfallen von kurzer Dauer auftreten, häufig der Beobachtungentziehen. In dem Fall Wicke (II) war 12 Jahre nachEintritt der Lähmung die Temperatur der betreffendenGesichtshälfte noch um I o C. höher, was den AngabenNi cat i 's widerspricht.
Die Konstanz der oculopupillären Symptome bei Läh-mung des Halssympathikus nach traumatischen Läsionendes Halses glauben Eulenburg und Guttmann daraus__ erklären zu können, dass von den im Sympathikus ver-j laufenden Nervenfasern — oculopupillären, vasomotorischen,¡y,, trophischen — die oculopupillären am weitesten periphe-, 5| lisch liegen, also am leichtesten und ehesten von der Ver-b wundung mit affizirt werden. Seeligmüller erinnerticlf ausserdem daran, dass es Claude-Bernard gelungen ist,ç den Sympathikus so zu durchschneiden, dass nur die oculo-ne b, Papillären und nicht die vasomotorischen Störungen ein-treten.
Uli
kt eme Ku § el > welc he, wie bei Lieutenant T. (I),
Wicke (II) und dem Soldaten des Hohenzollernschen Füsilier-Regiments im Lazareth Marburg (IV), in den Hals ein-gedrungen war, neben der direkten Verletzung des Plexuseine direkte Verletzung des Halsstammes des Sympathikusherbeiführen konnte, liegt auf der Hand. Für den Bär-wink eP sehen Kranken (III) ist diese Möglichkeit aber_, ebenso auszuschliessen, wie für Sympathikuslähmungen nachJe blossen Kontusionen des Plexus. In solchen Fällen nimmtg Hutchinson an, dass durch das Trauma gleichzeitig mit'g e I de „ m 1>lexus aucü die ßami communicantes kontundirt„ würden, während Eulenburg und Guttmann darauf hin-ein weisen, dass eine sekundäre Neuritis im Plexus bis in das
Sanitäts-liericht über die Deutschen Heere 1870/71. VII. Bd.
Rückenmark fortkriechen, dort eine zirkumskripte Myelitishervorrufen und auf diese Weise zu den sympathischen Er-scheinungen die Veranlassung geben könne. Die Er-klärungsweise dieser beiden Autoren muss natürlich füralle diejenigen Fälle, in welchen die Armlähmung und dieSympathikuslähmung gleichzeitig und unmittelbar nach der-selben Verletzung entstehen, unberücksichtigt bleiben.
Reizung des Sympathikus neben Lähmung des Plexusoder isolirte traumatische Sympathikusaffektionen habensich in den Feldzugsakten nicht auffinden lassen. Nur eineinziger Fall könnte vielleicht hier angeführt werden. EinGefreiter im 3. Brandenburgischen Infanterie-RegimentNo. 20 erhielt am 16. August 1870 eine Kugel, welcheam linken Unterkieferwinkel ein- und an der rechtenSeite des 7. Halswirbels austrat. Im Dezember 1870zeigte sich die linke Pupille auffallend erweitert undvon guter Reaktionsfähigkeit bei Konvergenzstellung.Leider ist weiter über den Verwundeten nichts in Erfahrungzu bringen. Dass die Erweiterung der Pupille das einzigekonstante Zeichen einer Sympathikusreizung ist, geht ausden Beobachtungen Seeligmüller's hervor, welche inumstehender Tabelle zusammengestellt sind.
Seeligmüller hat in seiner Habilitationsschrift „detraumaticis nervi sympathici cervicalis laesionibus, Halis1876" diese Fälle eingehender beschrieben; von den Läh-mungen führt er 10 Beobachtungen auf.
Nach Fertigstellung des Obigen erschien von Moebiusin der Berliner klinischen Wochenschrift (1884) einlängerer Aufsatz zur Pathologie des Halssympathikus.Moebius vervollständigt die Literatur des Gegenstandeszunächst durch ein kurzes Referat einer von H. M. Ban-nister, einer zweiten von Chavasse und einer drittenvon Ross mitgetheilten Verletzung des Sympathikus unddann durch eine ausführliche eigene Beobachtung. In demBannister' sehen Falle bestand einen Monat nach der Schuss-verletzung des Sympathikus enge Pupille, Exophthalmus,Röthung des Gesichts und Temperaturerhöhung um I o C.Die Chavasse'sche Kranke erlitt bei der Exstirpationeiner Geschwulst eine Sympathikus Verletzung. Unmittel-bar nachher war die Pupille stecknadelkopfgross,nach drei Tagen unregelmässig kontrahirt, auf Licht etwasreagirend, nach drei Monaten ebenso, doch bei Akkommo-dation gut reagirend. Zugleich etwas Ptosis; Sehfähigkeitnormal. Vasomotorische Erscheinungen fehlten. Rossfand bei einem jungen Manne, der am linken Arme voneiner Maschine erfasst und herumgeschleudert worden war,die Pupille und Lidspalte verengt, den Bulbus weicher.
Moebius untersuchte seinen Patienten vier Wochennach einer Stichwunde des Halses. Pupille enger, reaktions-fähig auf Licht und bei Konvergenz, aber nicht auf Haut-reflexe, Lidspalte enger, Konjunktiva injizirter, Temperaturdes betreffenden Gehörgangs um 0.9° C. höher, Gesichts-hälfte wärmer, aber nicht schwitzend, keine Atrophie.Etwa acht Monate später erschien von diesen Symptomen
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