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III. Kapitel: Grössere Operationen.
Band III.
Allgem.fi
Bei 11 derjenigen Verwundeten, bei denen vor denGliedabsetzungen Blutungen sich ereigneten, traten solcheauch nach der Operation ein. Die betreifenden Fälle,welche mit einer Ausnahme (No. 11) sämmtlich tödtlichverliefen, sind in Uebersicht XXI zusammengestellt'). Nurbei 2 derselben (No. 1 und 10) hatte unmittelbare Gefäss-verletzung nachweislich vorgelegen. Bei einigen ist esnicht unwahrscheinlich, dass den Blutungen vor und nachder Amputation die nämliche Ursache zu Grunde lag, beianderen (No. 1, 5, 11) erscheint ein innerer Zusammenhangausgeschlossen, wieder bei anderen lassen die vorhandenenAngaben eine Beurtheilung dieses Verhältnisses überhauptnicht zu.
Nächst den Blutungen war Brand der Glieder beiWeitem das häutigste unwillkommene Ereigniss vor Glied-absetzungen. Unter 364 (nach Ausschluss der Blutungen)berichteten und in Uebersicht XXII aufgeführten Komplika-tionen vor Sekundär-Amputationen findet sich Brand 119 mal(mit 75 = 63.o § Todesfällen) verzeichnet. Bei 18 dieserFälle sind Blutungen und Brand verzeichnet und zwar10 mal (mit 7 Todesfällen) nach Gefässzerreissung,darunter 4 mal (mit 4 Todesfällen) nach statt-gehabter Unterbindung,4 mal (mit 4 Todesfällen) nach Unterbindung ohne
unmittelbare Gefässverletzung,4 mal (mit 3 Todesfällen) ohne Unterbindung undohne Gefässzerreissung.Nach 2 der zuletzt erwähnten Verwundungen stelltensich Blutungen erst nach Ausbildung des Brandes ein, beiden übrigen 16 gingen die Blutungen dem Brande voraus.Ausser den erwähnten 119 Fällen von Brand sind inLängsspalte 7 der Uebersicht XXII noch 6 brandigeZellgewebsentzündungen aufgeführt, von denen 3 zumTode führten.
Unter den sonstigen Komplikationen nehmen die Zahlenfür Verjauchung (62 mit 45 = 72.6 ü Todesfällen) dienächste Stelle ein, sodann diejenigen für starke, anhaltendeund ausgedehnte Eiterung (36 mit 25 Todesfällen), fürGelenkvereiterung (21 mit 17 Todesfällen) u. s. w.
Hinsichtlich der Vornahme von Gliedabsetzungen nachAusbruch bestimmter Wundkrankheiten ist den be-züglichen vorstehenden Bemerkungen auf Seite 104, 133,188 (Rose, Hospitalbrand, akut purulentes Oedem) nichtsWesentliches hinzuzufügen, ebensowenig den Mittheilungenüber Gliedabsetzung bei bestehendem Wundstarrkrampf aufSeite 151 ff. im VII. Bande dieses Berichtes. Die Aus-führungen auf vorstehender Seite 182 betreffs Amputationnach Ausbruch von Pyämie können auf Grund der Längs-spalte 18 in Uebersicht XXII dahin ergänzt werden, dassvon 27 Amputirten, bei denen der Operation angeblichpyämische Erscheinungen vorausgegangen waren, 3 am
!) Im Uebrigen siehe wegen Blutungen nach Gliedabsetzungennachstehend S. 261.
Leben blieben. Blosse Schüttelfröste ohne andernZeichen pyämischer Infektion sind dabei nicht mite«sondern in Längsspalte 12 besonders kenntlich seiDer Umstand, dass in letzterer unter 22 Operirtenheilte aufgeführt werden, bestätigt den auf Seite 1örterten Satz, dass Schüttelfröste allein von der Opinicht zurückzuhalten brauchen.
Grössere operative Eingriffe (ausschliesslich!Einschnitte in Eiterherde, Entfernung von Splittern. Ioder anderer Fremdkörper u. s. w.) waren bei 54absetzungen (von denen 39 tödtlich endeten) voraus^und zwar 48 mal (mit 33 Todesfällen) AussäguV fgrösseren Gelenks, 4mal wirkliche Schaftanssägi;(2 mal am Oberarm 1 ), 2 mal am Unterschenkel 2 ), nJ1 mal Absägung von Bruchenden am Unterschetiendlich 1 mal Aussägung am 2. Mittelhandhorsämmtliche 6 zuletzt genannten Operirten starben. Wiüber die Gliedabsetzungen nach Gelenk aussägungennachstehend unter III dieses Abschnitts, übernach Schaft aussägungen im II. Abschnitt dieses Ka]Endlich ist hier noch der in Uebersicht XVII unter(S. 244) aufgeführten Transfusion zu gedenken.
F. Verfahren bei Gliedabsetzungen.-|
Besondere Vorkommnisse bei der Opers
Nachstehende Uebersicht XXIII lässt erkennen. |im Allgemeinen, namentlich aber bei den AbsetzungOber- und Unterarm, der Kr eis schnitt bevorzugt ibei den Absetzungen am Oberschenkel findet ad|in einem Drittel, bei denen am Unterschenkel fast iHälfte aller mit bezüglichen Angaben versehenen!geschichten Lappenbildung erwähnt, während derOnlschnitt nur bei den Auslösungen im ScbultergelenkjTin Finger- und Zehengelenken häufiger, bei Gliedabsetnim Verlaufe des Schaftes hingegen nur sehr toAnwendung gefunden zu haben scheint. Der Krei-wurde ganz überwiegend zweizeitig, besonders izeitig ausgeführt, bei Lappenschnitt wird fast genaiSoft einfache und doppelte Lappenbildung berichtet.
Den Zahlen der Uebersicht XXIII kann noch^stehendes hinzugefügt werden.
Des Kreisschnitts mit Manschettenbildradim Ganzen 29 mal (bei 5 Geheilten und 24 GestcijErwähnung gethan und zwar bei Absetzungam Oberarm . . . 3 mal (f 3),„ Unterarm . . . 4 „ (f 2),„ Oberschenkel . 15 „ (f 15),„ Unterschenkel . 7 „ (f 4),
Summe . 29 mal (j 24).
i) Siehe V. Band dieses Berichtes S. 552 No. 9 und S. $ I
2) Siehe ebendas. S. 555 No. 3 und S. 555 No. 32 lm\No. 629.
3 ) Siehe ebendas. S. 327 No. 38.