198
ITT. Kapitel: Grossere Operationeil.
Bandlll. AUgem.1
I
I
die zahlreichen, in unmittelbarer Nähe befindlichen, dauerndeingerichteten Lazarethe sehr wesentlich mit in Betrachtkommen. Nach Tafel IV aber wurden von sämmtlichenOperationen primär verrichtet:
nach den Schlachten bei Wörth und Spicheren . 12 $
nach den Schlachten um Metz...... 18 „
nach den Schlachten bei Beaumont und Sedan . 22 „
nach den Schlachten vor Paris...... 34 „
Endlich zeigt Tafel IV, dass die Gesammtzahl der anVerwundeten aus den einzelnen Schlachten vorgenommenenGliedabsetzungen und Gelenkaussägungen mit der Zahl derpiümären Eingriffe steigt und fällt. Es wurden operirt:
von hundert
des
Gesammt-
verlustes
davonprimär
2.o
2.3
2.8
4.i
12$18„
22,34,
57
nach den Schlachten bei Wörthund Spicheren......
nach den Schlachten um Metz .
nach den Schlachten bei Beaumontund Sedan .......
nach den Schlachten vor Paris .
nach den Schlachten auf dem süd-östlichen Kriegsschauplatz . .Wenn die vorige Zahlenreihe vermuthen lässt, dassaus Mangel an Zeit und Kraft manche Primäroperation unter-blieben ist, die unter günstigeren äusseren Umständen vorge-nommen worden wäre, so zeigt die letztere, dass man ansekundäre Eingriffe nur ungern heranging. Zwar ist dieMöglichkeit nicht ausgeschlossen, dass hier und da (z. B.vor Paris) eine grössere Zahl von ausgedehnten Zer-schmetterungen durch grobes Geschoss zu häufigeremprimärem Amputiren gedrängt habe, die Abhängigkeit derGesammtzahl der Operationen von der Zahl der primärenerscheint aber doch in obiger Nebeneinanderstellung alseine zu entschiedene, um aus wechselnden Umständen, wieden eben angedeuteten, erklärt werden zu können.
Die im Inlande vorgenommenen Operationen hattennach Zeichnung 2 auf Tafel VI den ungünstigsten Erfolg(45$ Todesfälle) bei den Verwundeten aus den Kämpfenum Beaumont und Sedan. Diese Thatsache stimmt voll-kommen überein mit den vorstehend auf S. 84 mitgetheiltenBerichten über die Einwirkung des Transports auf dieOpfer dieser Kämpfe überhaupt. Die Sterblichkeit der ineinheimischen Lazarethen operirten Verwundeten von Paris,vom südwestlichen und südöstlichen Kriegsschauplatz istschon oben beleuchtet worden 1 ); dass dieselbe unter denVerwundeten von Weissenburg — Wörth und Spicherendie zweithöchste (43 §) gewesen ist, findet seine Erklärung
J) Siehe S. 197. Dass die Verhältnisse sich etwas verschiedendarstellen, je nachdem mau sämmtliche von dem Kriegsschauplatzenach dem Inlande gebrachten Verwundeten (Tafel VI) oder nur die-jenigen aus den grossen Schlachten berücksichtigt, wurde ebendaselbstschon erwähnt.
hauptsächlich wohl schon in dem Umstände, dass nach 4genannten Kämpfen wegen der Nähe der Grenze weitajdie meisten Gliedabsetzungen und Gelenkaussägungen iInlande vorgenommen worden sind (siehe Tafel IV), junter also auch verhältnissmässig viele solche, welche tj|vornherein eine schlechte Vorhersage bedingten und ianderen Kämpfen auf dem Kriegsschauplätze zur Ai|führung kamen. Daneben mögen auch die nach den erstaSchlachten in Elsass - Lothringen noch ungeordnet^Evakuationsverhältnisse hier und da schädigend eingewhaben.
Weitergehende Detaillirung der im Inlande nnommenen Operationen siehe in den Tabellen XXXYI1XLI der Operationsstatistik. Darunter darf der Betradtung insbesondere noch Tabelle XXXVIII (auf S. 111empfohlen werden, welche lediglich die OberschenkelAmputationen umfasst, und zwar mit Berücksichtigsowohl der Gegend des Kriegsschauplatzes, woselbst |Verwundung stattgefunden hatte, als der Gegendlandes, woselbst die Absetzung vorgenommen ward. DiulTabelle soll die Tafeln VI und VII insofern ergals daselbst die offenbar zum Vergleiche unter sich voradweise geeigneten Zahlen einer einzelnen, besonders ratigen und am häufigsten ausgeführten Operation nach«selben Grundsätzen sich zusammengestellt finden,welchen auf den Tafeln VI und VII die Summen alkjArten von Gliedabsetzungen und Gelenkaussägungen jarbeitet sind, wobei der Einwand erhoben werden kamdass diese Summen sich aus zu verschiedenwerthigiOperationen zusammensetzen, als dass vollgütigedaraus gezogen werden könnten. Schon die Zahlen (Tabelle XXXVII lassen solchen Einwand zwar hinferscheinen, immerhin ist es im Hinblick auf dasallen statistischen Erörterungen anzustrebende Ziel.thunlichst gleichwerthige Zahlen einer vergleich«Betrachtung zu Grunde zu legen, von einigem Interesse,!sehen, wie die auf den Tafeln VI und VII darjVerhältnisse sich ausnehmen, wenn lediglich die 'IMeiner einzelnen Operation einer gleichartigen Analyse mworfen werden.
Bei der Kleinheit der Zahlen, welche für dielbelle XXXVIII zur Verfügung standen, ist es schonegewichtige Uebereinstimmung, dass dort ebenso wie iZeichnung 2 auf Tafel VI die ungünstigsten Ergebnisse^die Verwundeten von Beaumont und Sedan, die g»sten auf diejenigen vom nördlichen Kriegsschauplatzefallen. Nur die mittleren Ergebnisse vertheilen sich Iden Oberschenkel-Amputationen allein etwas anders alsjden Summen der Gliedabsetzungen und Gelenkaussäf
Vollständiger noch ist die Uebereinstimmung 1*1lieh eines der vorstehend auf S. 82 und 91 erörtenPunkte. Daselbst wurde auf Grund der Tafeln TI idargethan, dass die Zahlen der Operirten (also auch'die Zahlen der Seh wer verwundeten überhaupt) in