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Denkschrift zur Hundertjahrfeier der Stadt Mülheim an der Ruhr 1908
Entstehung
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So hatte sich Mülheim auf den verschiedenen Gebieten städtischen Lebensentwickelt, als nach dem Tode des Oberbürgermeisters von Bock die Verhandlungenzur teilweisen_Wiedervereinigung mit den übrigen Bezirken der ehemaligen Herrschaft-Btoich von neuem eingeleitet wurden. Und nun, bevor auf den damit beginnendenneuen Zeitabschnitt eingegangen wird, noch einen kurzen Blick auf die zwischen-zeitliche Entwicklung der von Mülheim getrennten Landgemeinden,

Daß die 1847 erfolgte politische Scheidung von Stadt und Land nicht einertatsächlichen und wirklichen Trennung der Lebensverhältnisse ihrer Bewohner gleich-kam, ist bereits erwähnt. Die Zusammengehörigkeit hatte zu lange gedauert, derBerührungspunkte und Wechselbeziehungen waren zu viele, als daß ein Federstrichsie hätte hinwegräumen können. Historische und soziale Verbindungsfäden sindstärker als willkürlich am grünen Tisch aufgerichtete Scheidemauern, und wirtschaft-liche Zusammenhänge werden nicht durch die auf dem Papier gezogenen Orts-grenzen beseitigt. Dies hat sich auch noch später darin geltend gemacht, daß aufden verschiedensten Gebieten durch vertragliche Abmachungen (sei es über Gas-und Wasserlieferung, sei es über gemeinsame Wegebauten und dergleichen mehr)mit der Stadt weitere Berührungspunkte und gemeinsame Interessen geschaffenworden sind, die zum Teil der später erfolgten Wiedervereinigung zweckmäßigvorgearbeitet haben. Aber gewiß, in mancher Beziehung nahm die Entwickelungder einzelnen Ortschaften seit 1847 einen verschiedenartigen Gang.

Wenigstens insofern war Stadt und Land auch politisch stets zusammen-geblieben, als bei den verschiedenen Änderungen der Kreiseinteilung die ehemaligeHerrschaft Broich nicht verschiedenen Kreisen zugeteilt wurde. Nur eine kleineGrenzverschiebung trat ein, als 1862 die_Gemeinden Alstaden, Styrum und Dümptenjede stark 400 Morgen an die neugegründete Bürgermeisterei Oberhausen abtraten.Bürgermeister Weuste behielt die Verwaltung der Landbürgermeisterei Mülheima. d. Ruhr bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1851. Ihm folgte BürgermeisterRobert Rheinen. Als bei der allgemeinen Volkszählung am 1. Dezember 1875 dieLandbürgermeisterei Mülheim a. d. Ruhr 37673 Seelen betrug, nahmen die bereitslange wegen Änderung der bestehenden Organisation schwebenden Verhandlungendie Wendung an, daß-durch Allerhöchste Kabinettsordre vom 17. Oktober 1877 dieTeilung der Landbürgermeisterei Mülheim a. d. Ruhr mit der Maßgabe genehmigtwurde, daß die Gemeinde Eppinghofen und Mellinghofen dem Stadtgebiet einzu-verleiben und ferner drei selbständige Bürgermeistereien zu bilden seien:

1. eine Bürgermeisterei mit dem Namen Broich aus den Ortschaften Broich,- Saarn und Speidorf,

2. eine Bürgermeisterei mit dem Namen Styrum aus den OrtschaftenAlstaden, Styrum und Dümpten und

__3. eine Bürgermeisterei, unter Beibehaltung der bisherigen Bezeichnung

Landbürgermeisterei Mülheim a. d. Ruhr, aus den Ortschaften Heißen,

Fulerum, Winkhausen, Holthausen, Haarzopf, Menden und Raadt.

Diese neue Organisation trat am 1. April 1878 in Geltung, gleichzeitig trat

Bürgermeister Rheinen in den Ruhestand, und wurden die für die neu gebildeten

Verwaltungsbezirke ernannten Bürgermeister, nämlich:

1. für Broich Hauptmann a. D. Mentz,

2. für Styrum Bürgermeister a. D. Tschoepke,

3. für die neue Landbürgermeisterei Mülheim a. d. Ruhr der Polizeikommissarder aufgelösten Landbürgermeisterei Mülheim, Dietrich Meier,

in ihr Amt eingeführt.

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