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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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851
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C. Kirchliche und religiöse Dichtung 851

Die sechste und letzte Abteilung, betitelt Periparacliton sive de advocatis,enthält ebenfalls zehn Gedichte, die sich besonders mit Verhältnissen deswirtschaftlichen Lebens und des Besitzes im Kloster beschäftigen und na-mentlich das trügerische Treiben der Klostervögte scharf unter die Lupenehmen. Danach hat die kleine Sammlung ihren Titel erhalten. 1 Aber auchandre Dinge werden behandelt, wie die Bedrückung des Klosters durchErzbischof Konrad von Salzburg in N. LXXX oder die Kirchenspaltungenunter Heinrich IV. und nach dem Tode Hadrians IV. in N. LXXIX. Merk-würdig aber ist die Form. Hatte Meteil schon in den Eklogen eigenartig ge-reimte Hexameter geliefert, so behielt er diese Form hier nicht nur bei, son-dern baute seine Verse mit solcher Künstlichkeit, daß sie rückwärts gelesenebenfalls Hexameter geben, wofür er den Grund LXXI, 48 ff. angibt. Außer-dem bezeichnete er jedes Wort in jedem Verse von hinten gelesen der Reihenach mit den Buchstaben des Alphabets. Von den behandelten Stoffenhat manches auch der Mönch Heinrich in der Passio II dargestellt.

Zu den Quirinalia vgl. Wattenbach, Berl. SB. 1897, 785815 und P. Peters,Die Quirinalien desMetell von Tegernsee, Greifswald 1913, S. 535. Bursian, Münch.SB. 1873, 473518, wo S. 475493 über Benutzung antiker Vorbilder. Th. Mayer,Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen 2 (1849), 306 ff.

Ueberlieferung. Die wichtigste Handschrift, die vonAdmunt, wird schon im altenKatalog des Klosters genannt, 2 Laus Quirini martiris. Incipit: ,0 flos'; es ist Admont. 267s. XII, wahrscheinlich Autograph. Aus einer Abschrift des Autographs stammen Monac.19487 a. 1490 (aus Tegernsee), Vindob. 3353 s. XV (aus Salzburg) und Wilheringensis 165a. 1507. 3 Ausgaben von H.Canisius, Antiquaelectiones 1 app. 37184 (= Odae bei Pe-ters I LXIV und Bucolica); Wattenbach, Berl. SB. 1897, 790814 (= Peters N. LXVLXX und LXXILXXXI); Paul Peters, Die Quirinalien des Metell von Tegernseemit Ausnahme der Eklogen . .., Greifswald 1913, S. 36171; vgl. hierzu C.Wey man, Hist.Jahrbuch 36, 450 und 801, wo S. 801 die Benutzung des Prudentius, S. 806f. des Vergil,S.807 des Seneca trag. (?) und S. 808f. der Vulgata weiter nachgewiesen wird, und Beitr.z. Gesch. d. christl. lat. Poesie, München 1926, S. 246258. Vgl. Wattenbach 2, 377.

Es wäre hier noch anzuführen, daß die im Admont. 276 s. XII nach denQuirinalien stehende Umdichtung der Historia Hierosolymitana des Ro-bertus Remensis ein Seitenstück zum Solimarius vielleicht von Me-tellus herrührt, wofür außer der unmittelbaren Nähe der Überlieferung dashäufige Auftreten des oben bei den Bucolica gekennzeichneten absonder-lichen leoninischen Reimes sprechen könnte.

Fragmente aus dem Gedicht gedruckt von Wattenbach, Neues Archiv 2, 414ff.

12. ROGER VON CAEN

Roger, in Caen geboren, war Mönch im Kloster Bec und muß dort eine

hervorragende Stellung eingenommen haben, da ihn Anselm von Canter-

bury in einem Briefe an Mauritius von Bec domnus nennt. Er starb bald

nach 1095 und hat ein größeres Gedicht verfaßt, das ,De contempu mundi'

oder auch ,De monachis' betitelt ist und auch dem Anselm wie einem

Glaudian und dem Alexander Neckam beigelegt wird.

Zum Leben vgl. Hist. lit. 8, 420 f.; Anselmi Cant. Epist. 1, 65 (Migne 158, 1136);Haureau, Not. et extr. de quelq. mscr. 1,78 f.

1 Periparacliton = reapaxXiSöv auswei- vgl. Anm. 247 S. 31. Der Katalog stammtchend, die Wahrheit durch Umschweife ver- aus dem Jahr 1370.

nullend. s V gl. Grillenberger, Stud. u. Mitteil.

2 Zentralbl. f. Biblwes. Beiheft 4 S. 20, a. d. Benediktinerorden 6, 372.

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