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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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837
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C. Kirchliche und religiöse Dichtung 837

In seiner Vaterstadt Beauvais bewahrt man heute noch sein gesamtespoetisches Schaffen auf, an dessen Spitze wohl einer seiner Mitgeistlichenvon Meaux eine kurze Notiz über sein Leben und seine Werke gestellt hat.Hier wird erzählt, daß er besonders von Erzbischof Manasse von Reimszum Dichten veranlaßt wurde. Schon mit Manasses Vorgänger Gervasiushatte er in naher Verbindung gestanden, da er ein Gedicht (Uter N. 17;Omont p. 217) ,Avaritiae resistit i an ihn richtet, woraus sich nächste per-sönliche Beziehungen ergeben; außerdem hat er ein Epitaph (N. 12; Omontp. 225) auf ihn geschrieben. Weitere Anknüpfungen mit dem ReimserKlerus bietet die Grabschrift auf einen Lehrer Hermann zu Reims (N. 14p. 226), wo der Dicher aber sich auf die Aussagen andrer Leute verläßt; 1es ist daher unstatthaft, wenn die Verfasser der Hist. litteraire de la France(8,113) den Dichter selbst zum Schüler Hermanns machen wollen. Undaußerdem ist ein poetischer Brief an den Archidiakon Wido von Reimszu erwähnen (N. 11 p. 217). Von Manasse selbst ist wenig Gutes bekanntund wir können heute sein Verhältnis zu Fulcoius auch nicht weiter kon-trollieren; möglich bleibt allerdings, daß sich der Dichter eine Zeitlang zuReims aufgehalten hat. Freilich reichen seine poetischen Briefe, von denendie Handschrift, außer dem Widmungsgedicht der Epitaphien an Ivo vonSt. Denis, fünfundzwanzig enthält, ziemlich weit und neben den PäpstenAlexander II. und Gregor VII. erscheinen Adressaten wie Heinrich IV.,Wilhelm der Eroberer, Erzbischof Richer von Sens, die Dekane Odo undMilo von Paris, Bischof Hugo von Die, der als päpstlicher Legat in Frank-reich eine große Rolle spielte, Hugo von Cluni 2 und Fulrad, Archidiakonvon Laon. Daraus ergibt sich aber, daß die Dichtungen den Fulcoius zueinem weit angesehenen Manne machten. Die meisten sind freilich nochnicht veröffentlicht und man kann nur von den wenigen aus urteilen, diegedruckt vorliegen.

Nach der Notiz an der Spitze seiner Gedichtsammlung — sie erinnert andie späteren Accessus ad poetas — teilte er seine poetischen Werke in dreiTeile. Der erste umfaßte die poetischen Briefe, die Epitaphien und sonstigenKleinigkeiten (Epigramme), die mit den Grabschriften vereinigt waren;er nannte ihn Uter und dies umfaßte ein Buch. Der zweite Teil besteht auszwei Büchern und begreift die metrischen Lebensbeschreibungen mehrererHeiligen, die mit Meaux in enger Beziehung standen, nämlich des AbtesMaurus von Glanfeuil, des Abtes Agilus von Rebais, des Bischofs Farovon Meaux und des Eremiten Blandinus (oder Bladinus) von Brie; die zweiBücher faßte er unter dem Namen Neuter zusammen. Der dritte Teil istder umfänglichste. Er enthält ein Gedicht von etwa 3800 Versen, das denTitel De nuptiis Christi et ecclesiae führt, der Martianus Gapella nachgebildetist und zugleich von der mittelalterlichen Auffassung des Hohenliedesbeeinflußt wurde. Das Gedicht ist in Form eines Dialogs zwischen Spiritusund Homo verfaßt und erhielt seinen Namen deshalb, weil das Alte und Neue

1 Vs. 6 heißt es nämlich Dicunt veridici. lichte, so ist wohl der Brief N. 4 (bei

Da Du Plessis, Hist. de l'eglise de Omont p. 217) Hugoni abbati direcla auf

Meaux 2, 453 das Fragment eines poeti- diesen Abt von Cluni zu beziehen.sehen Briefes an Hugo von Cluni veröffent-