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3 (1931) Vom Ausbruch des Kirchenstreites bis zum Ende des zwölften Jahrhunderts
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196 Zweiter Abschnitt. Die Artes

examinatus . . . laudetur vigeat placeat, relegatur ametur. Den Anfang der Erklärung gibtPez, Thes. anecd. 1 diss. XLVIII p. 68 er spricht von einer Hs. in OberaltaichLiber aequivoce dicitur. Nam liber appellatur pergamenum etc., vgl. Jos. Frey S. 14.Sigebert kennt das Werk und nennt es danach De script. eccl. 169 (ed. Miraeusp. 169) Bernardus Ultraiectensis clericus super eclogas Theoduli commentatus divinashistorias et saeculares jabulas allegorica expositione dilucidavit. Vgl. auch Leyser, Hist.poemat. p. 299 und Fabricius 1, 218. Hist. lit. 8, 677.

Theodulkommentar. Bernhard beginnt mit der Erklärung des Wortesliber und dessen Inhalt nach Prosa und Poesie aus Isidor Et. 1, 37. 38 undverweist die, welche mehr darüber wissen wollen, auf Servius De metrorumratione und auf dessen Gentimeter; der Eingang zu Servius'Vergilkommentargibt ihm dann die sieben Fragen nach dem Autor, 1 dem Titel usw. einesGedichts an die Hand. Die Etymologie von titulus ist nach Remigius 2 undausführlich wird die qualitas carminis nach Servius und Isidor gegeben, aberdie vier modernen Fragen nach operis materia, scribentis intentio, ad quamphilosophiae tendat partem und utilitas operis werden sehr kurz abgetan.Auch über die handelnden Personen des Stückes erfährt man nicht viel,und Bernhard eilt nun zur Erklärung des Gedichts, die er zunächst demWortsinne nach, bei den Fabeln mystisch und physisch, bei den biblischenStücken allegorisch und moralisch gibt und endlich das Grammatische nach-holt. Dabei lehnt er sich stark an die Mitologiae des Fulgentius und an denMythographus II (also wohl Remigius) an, ohne daß er irgendwie ängst-lich seiner in Aussicht gestellten Vierteilung folgt. So beruht der Kommen-'tar, wenn man von den mitgeteilten Proben auf das Ganze schließen kann,durchaus auf den gewöhnlichen Hilfsmitteln, wenn auch Namen wie Platound Aristoteles darin glänzen. Sehr stark benutzt wurde der Kommentardurch Konradvon Hirschau imDialogus super auctores, wie von G. Schepß,Conradi Hirsaug. Dial. sup. auctores (Würzburg 1889) S. 14 ff. und in denNoten erwiesen wurde.

Ueberlief erung. Unter den von mir Neues Archiv 32, 696 notierten Aufschriftenaus alten Katalogen vgl. besonders Amplonius und Bayeux, doch werden auch mancheandere zu Bernhard gehören, wie auch manche der von Osternacher, Neues Archiv40, 356374 aufgeführten kommentierten Hss. hierher fallen werden. Hss. Monac.22293 s. XII und 2601; Cassel. theol. 27 s. XII; Salisburg. a V 13 s. XIIXIII; Mus.Brit. Burney 251 s. XIII ; Einsidl. 337 s. XIIIXIV; Vindob. 1757 s. XIII. Widmungsbriefgedruckt bei Märten e et Durand, Vet. SS. ampl. coli. l,512f. Auszüge bei Jos. Frey,lieber das mittelalt. Gedicht Theoduli ecloga und den Kommentar d. Bernh. Ultraiect.(Münster 1904) S. 1419.

10. BERNHARD VON CHARTRES

Bernhard von Ghartres, der früher meist mit Bernardus Silvestris ver-wechselt wurde, 3 stammte aus der Bretagne und hat, wie sein Bruder Theodo-rich in Ghartres eine bedeutende Lehrtätigkeit entfaltet, die er aber auchnach Paris ausgedehnt hat; denn hier wird er in einem 1141 gedichtetenRhythmus neben Petrus Lombardus, Ivo und Petrus Hebe genannt. In dieserZeit mag er Lehrer des Johann von Salisbury gewesen sein, dessen Schrif-ten wir die meisten Nachrichten über Bernhard verdanken. Jedenfalls er-

1 Die Vita Theoduli (bei J. Frey S. 8) eccl.l34 genommen,

läßt erkennen, daß sie von Bernhard 2 Vgl. Frey S.15 n.9.

selbst erdichtet wurde; aus ihr hat Sige- 3 Vgl. diesen,bert seine Angaben über Theodul De script.