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Morbidität und Mortalität bei den Deutschen Heeren und bei den in Deutschland intemirten kriegsgefangenen Franzosen, Bund
II. Oertliche Unterschiede.
Eben so gesetzmässig wie die zeitlichen Schwankungender Morbidität stellen die Unterschiede sich dar, ■welchehinsichtlich des Morbiditätscharakters zwischen den ein-zelnen Armeekorpsverbänden obwalten.
Betreffs der Gesaniintunorbidität zwar kann in dieserBeziehung nur gesagt werden, dass das I. Armeekorpsdauernd bei Weitem die höchste Krankenziffer aufweist,während alle übrigen Armeekorps innerhalb enger Grenzenum die mittlere Ziffer der gesammten Armee schwanken,ohne ein sonderlich festes Verhältniss zu einander erkennenzu lassen.
Um so deutlicher und konstanter aber tritt ein solchesbei den einzelnen Krankheitsgruppen und wichtigerenspeziellen Krankheitsformen hervor. Bezieht manletztere, der vorwiegend geübten Methode gemäss, lediglichauf die Kopfstärke, so ist ein solches Verhältniss zwischenden Extremen zwar vielfach auch schon nicht zu ver-kennen, bei den Zwischengliedern aber machen sich ver-wirrende Schwankungen geltend, durch welche die Gesetz-mässigkeit verdeckt und die Beziehung einzelner Krank-heiten zu ihren eigentlichen Ursachen verdunkelt wird.Vergleicht man z. B. das I. Armeekorps mit dem an ent-gegengesetztem Ende des Staatsgebietes gelegenen VIII. unddem ungefähr in der Mitte zwischen beiden gelegenenIV. Armeekorps hinsichtlich der Häufigkeit von Lungen-entzündung und von Krankheiten der Ernährungsorgane,so ergiebt sich nach dem Mittel der Jahre 1867 bis 1872Folgendes:
Zugang un
Lungenentzündung Krankheiten der Ernährungsorgane
A K. A K.
1. Armeekorps. . 31.2 200.«
IV. » . . 11.8 161.8
VIII. , . . IO.ü 240.3
Während danach die Häufigkeit von Lungenentzündungim Preussischen Staatsgebiet von Nordosten nach Südwestenhin abnehmend sich darstellt, hat es den Anschein, als obdas Minimum der Krankheiten der Ernährungsorgane indie Mitte des Territoriums falle und nach beiden Seitenhin eine Steigerung erfahre. Bezieht man aber die Werthederselben Krankheiten auf die Gesammtmorbidität des be-treffenden Armeekorps, so stehen sie zu einander in einerwesentlich anderen Proportion, wie nachstehende Ueber-sicht darthut:
Zugang anLungenentzündung Krankheiten der BrnähmngsorgjJ
o°« M. „"„ M.
1. Armeekorps. . 17.8 111.5
IV. „ . . 9.6 134.6
VIIL „ . . 7.3 175.7
Beide Maxima und Minima lagern sich bei dies«Methode an die entgegengesetzten Enden des Gebietedas Maximum der Lungenentzündung und das Minimum iKrankheiten der Ernährungsorgane in den Nordosten, dalMinimum der Lungenentzündung und das Maximum deilKrankheiten der Ernährungsorgane in den Südwesten; di(<mittlere Krankenziffer fällt Lei beiden in die Mitte de|Territoriums.
Trägt man die auf die Kopfstärke bezogenen Werttelder einzelnen, in den Tabellen VIII bis X berücksichtigtenKrankheitsgruppen und Krankheitsformen in eine Kart«ein, auf welcher die Armeekorpsgebiete abgegrenzt sind,:wechseln Steigerungen und Senkungen in einer anscheinen«regellosen Weise ab, welche nicht geeignet ist, von deilGesetzmässigkeit des in den Extremen — wie oben bereit;angedeutet — schliesslich allerdings sich immerhin gelten! )machenden Gegensatzes zu überzeugen. Bezieht man hin-gegen die einzelnen Krankheitsziffern auf die Gesaimntämorbidität der einzelnen Armeekorps, so ergiebt sich ein!von Norden nach Süden, ebenso von Osten nach Westen]demgemäss am stärksten von Nordosten nach Südwesten!regelmässig fortschreitende Vermehrung oder Verinindermijlfast aller Krankheitsgruppen und wichtigeren Krankkeifejformen, während bei einzelnen allerdings auch ein Mmimuijin der Mitte des Territoriums bestehen bleibt, von welchemans alsdann aber nach allen Seiten hin eine regelmässige!Steigerung stattfindet.
Die wichtigeren Verhältnisse dieser Art sind au-Tafel XVI dieses Bandes ersichtlich, woselbst die auf die|einzelnen Armeekorps bezüglichen Kreise thunlichstgeographischen Lage der betreffenden Bezirke entsprechen] Igruppirt sind. 1 ) Die gewählte Art der bildlichen Darf
*) Das Gardekorps kann in eine derartige geographische Beitrachtung nicht mit einbezogen werden. Die Mannschaften der übrigen IArmeekorps garnisoniren nicht bloss in dem betreffenden Bezirk,!sondern rekrutiren sich auch der überwiegenden Mehrzahl nach ansdemselben. Bei dem Gardekorps trifft dieses zweite Moment nicht zuWenn nun — wie in der Vorbemerkung zu diesem Abschnitt erörtert ward I