126 Kap. IX. Die sociale Mechanik. Das Sittliche.
alle möglichen Standpunkte der Betrachtung erschöpftsind.
Die Zahl der Diseiplinen, welche in der Lage sind,der Ethik hülfreiche Hand zu bieten, ist übrigens mit denangegebenen in keiner Weise beschlossen, ich selber binbereits in der Lage gewesen, andere für meine Zweckeheranzuziehen. Dahin gehört zunächst die Sprachwis-senschaft, über deren hohen Werth für die Ermittelungder sittlichen Anschauungen ich mich bereits früher (S. 15 ff.)ausgelassen habe, und für den ich ausser den früher bei-
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gebrachten Belegen noch manche andere hoffe beibringenzu können. Sodann die Mythologie. Neben der Ety-mologie ist sie die älteste und zuverlässigste Zeugin überdie sittlichen Uranschauungen der Völker; beide zusammenlassen sich als die Paläontologie der Ethik bezeichnen.In den Handlungen der Götter, in dem, was sie sich er-laubten und erlauben durften, ohne in den Augen desVolks ihren Anspruch auf Verehrung einzubüssen, ist unsdas älteste Urlheil der Menschheit über das sittlich Erlaubteerhalten, es spiegelt sich darin der sittliche Kanon der Zeitab, die Götter sind die pelrificirlen Typen des sittlichenMenschen der Urzeit. In anderer Weise ist auch eine an-dere Disciplin: die Pädagogik berufen, der Ethik werth-volle Dienste zu erweisen, wir werden uns unten, bei Ge-legenheit der Frage von der Bildung des sittlichen Willensdavon überzeugen.
Die Ethik der Zukunft, die realistische und geschieht-