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April 1520.
2. „Wir crpicten uns auch himviderumb wie vor zuo mermaln, unser lieb Eidgnossen an denen ortenda sy allein ze regieren Hand, des glonbens halb rüewig zc lassen, und wo sy jemands wider recht begwaltigenwellt, alldann die pünd trülich, als frommen Eidgnossen znostat, ze halten; deßglichen st) ouch gegen uns thnonsöllend, verinög der geschwornen pündcn, also wo uns jemands begwaltigen wellt, um was fachen das wäre,daß sy uns trüiven bystand crzöugen und bewysen, ouch wider unfern glouben mit thüind, ratind, handlind,rcdind, praticierend, den nimmermer durchächtind noch jemands darzuo beholfen syend, sonders uns und dieunfern deßhalb unbekümincrt, ungeschmächt und unanzogen lassind.
3. „Und damit hinfür ginein Eidgnossen wie von alter har zuo tagen by einander sitzen, (ouch) jedesOrt in sincm sitz und stand belybe, und dheins, wie aber bishar bcschechen, usbeslossen werde, so ist unser beiderOrten will und Meinung, daß in fachen, so uns gemeinlich berüeren, dhcine Ort besonder tagleistungen haltennoch darüber ratslagen oder mercn söllend, sonders alle samenthaft by einandern sitzen nach alier loblicher ge-wonheit und ratslagen, was zuo lob, nutz, ecr und nfenthalt gemeiner unser Eidgnoschaft und der unfern dienenmag; was dann das mer under uns wirt in üsserlichen fachen, den glouben nit berücrend, dem soll billichengelebt und statt than werden; doch die fachen und Händel des glonbens und des gotswort hierin unvergriffen,und demselben in allweg an(e) Nachteil und an(e) abbruch.
4. „Und als dick und vil zuo tagen geredt worden, daß etlich Ort in namen gmeiner Eidgnossen vonStetten und Ländern gehandlet und usgcschriben, darinne aber ander Ort mit gehandlet noch darzuo verwilliget,sölichs soll hinfür vermittcn blybcn, und die Ort so solich nsschrybcn thuond, sich mit iren namen bcnampsenund underschryben und die Ort, so um solich fachen nüt müssen oder iren willen nit darzuo geben, niederlassenund gar nüt melden.
5. „Fürer, als dann wir, die von Bern, den früntlichen undertädingern umb den kosten uszesprechen ver-trnwt, guoter ungezwyfelter Hoffnung und znoversicht, daß sy denselben denen von Underwalden ufgeleit hellend,das aber nit beschecheu, Harum nochmals unser beger ist, daß einmal aller zimlicher findlicher (erfindlicher?) kosten unsznogcsprochen werde, und die von Underwalden uns den abtragind. Wann das beschickst, werden wir aber thnon,was zimlich und (ge)pürlich ist, und also der artikel des kosten halb im friden vcrlybet unnütz und kraftlos,dwyl doch wir der Meinung um den kosten uszesprechen nit bewilliget, und ouch unser potten denselben artikelnit angenommen haben dann allein uf hindcrsich bringen an uns.
6. „Und als in vilgedackstcm spruch by noch am end stat, wir von Bern söllend die von Underwalden'für fromm lieb Eidgnossen hau ?c., mögend wir das wol gereden, wann die von Underwalden den bricht mitgcgenwürtigcm anhang und lütrnng anuemcn, dem nachkommend und alles sins Inhalts stäts unverbrochenlich
- haltend, daß wir sy dannenthin für fromm lieb Eidgnossen achtind."
II. Diese Artikel bringen die Boten bon Zürich heim. An die Spruchlcnte soll zu Baden das Begehrengerichtet werden, dieselben in den Frieden aufzunehmen; Zürich mag übrigens seine eigenen Artikel den Schied-lentcn auch dorlegen. Wenn aber Unterwalden obige Zusätze nicht annehmen, sondern bei dem ursprünglichenFriedensvorschlage bleiben wollte, so erbieten sich die beiden Städte zuin Recht vor unparteiischen Richtern undan geeignetem Ort. Jedenfalls aber soll, was zu Baden durch die Spruchleute (mehrmals „sprücher") gehandeltwird, nicht sofort zugesagt, sondern vorerst nur heimgebracht werden. Actum 18. April.
Von diesem Acte hat sich im Zürcher Archiv nichts finden lassen. Dagegen haben wir diesem wichtigeErgänzungen zu entheben:
1) 1529, 12. April (Montag nach Misericordia), Zürich. Instruction für Rudolf Dumiscn und JohannesBleuler, als Boten nach Bern. ... 1. Da Bern auf Donstag den 15. d. einen Tag gesetzt hat, um in deinUnterwaldner Handel gemeine Rathschläge zu fassen, ... so sollen die Gesandten nochmals anzeigen, daß Zürichaus den früher schon angezeigten Gründen auf den abgeredeten Vergleich nicht eintreten könne; weil man aberwünsche, daß ein christlicher und für die beiden Städte ehrenvoller Friede gemacht würde, so habe man „etlicheArtikel zno ingang eins berichts" verfassen lassen und diesen Boten zu Händen gestellt, mit Gewalt und Befehl,