930 Neuzeit bis zur Auflösung des Reiches.
C. Geistliche Territorien.
Vgl. oben S. 636ff. 665ff. 940 1 '. Feine (S. 897 7a ). Härtung VG. 91ff.Moser Deutsches Staatsrecht 11. u. 12. Tl. 1743f. v. Sartori Geistl. u. weltlStaatsr. der deutschen kath.-geistl. Erz-, Hoch- u. Ritterstifter, 4 Bde. 1788—91. —Bamberg: Altmann Staat d. Bischöfe von B. 1906, Korr.-Bl. d. GesV. HotzeltVeit II von Würzb., Fürstb. v. Bamb. 1561—77, 1919. Köln: Hücker Entst. d.Amtsverf. im Hzgt. Westfalen, Lpz. Diss. 1909. Rathje Behördenorganisinusim kurk. Hzgt. Westf., Heidelb. Diss. 1906. K. Schulz D. kurk. Hof rat 1724 b.z. Ausg. d. Kurstaats, Bonn Diss. 1911. Mainz: Goldschmidt Zentralbeh. u.Beamtentum im Kurft. M. vom 16. —18. Jh. 1908 (vgl. Pischek, ZRG. 43, 372).Hensler Verf. u. Verw. v. Kurmainz 1600, 1909. K. H. Schmitt Erzb. Adal-bert I von M. als Territorialfürst 1920 (Arb. z. R.- u. Verf.-G. 2). Wild Joh. Phil,v. Schönborn, Bisch, v. Bamb. u. Erzb. v. M. 1693—1729 (1904). Münster: LüdicköLandesh. Zentralbeh. im Bistum M. bis 1650, Z. Vaterl. G. 59, 1901. Osnabrück:Bär Abriß u. Verw.-G. des Reg.-Bez. Osn. 1901. Rehker Landesh. Verw.-Beh.im Bistum O. 1553-1661, MittOsn. 30, 1906. Paderborn: Böhmer Das Geheim'ratskollegium, die oberste Landesbeh. d. Hochstifts P. 1723—1802, Münster Diss.1910. Salzburg: Köohel D. Verhalten d. steir. Stände z. Frage d. pers. Erscheinensd. Salzb. Erzb. vor der Landschranne 1913, ZSteiermG. Widmann Regierungd. geistl. Staates S. im 16. Jh., DGB1. 15, 1914. Speyer: Wille Bruchsal im 18. Jh. 31900; August Gf. Limburg-Stirum, Fürstb. v. Sp. 1913. Trier: Knetsch Land-ständische Verf. u. reichsrittersch. Bewegung im Kurstaat T. im 16. Jh. 1909 (vgl.Spangenberg, HistVjschr. 1913, 309). Liesenfeld Klemens Wcnzeslaus, derletzte Kurf. v. T. 1789-94, WestdZ., Erg.-H. 17, 1912. Schwarz Landstände d.Erzstifts T. 1599—1623, Münster Diss. 1915. Würzburg. Henner Fürstb. JuliusEchter v. Würzb. 1573-1617, 1918. Wild Staat u. Wirtsch. in d. Bistümern W.u. Bamb. 1729-46, 1906.
1. Übersicht. Der noch in der zweiten Hälfte des Mittelalters inden Landvogteien zusammengefaßte Besitz des Eeiches an unmittelbarenKeichslanden war durch Verleihung, Verpfändung oder Verjährung dahin-geschwunden. Der Kaiser übte im Reich nur noch oberherrliche Rechteaus, während die unmittelbare Landesherrschaft in anderen Händen ruhte.Selbst in den als Trümmer der Landvogteien übrig gebliebenen Reichs-dörfern (§ 80) gab es kein unmittelbares kaiserliches Regiment mehr. Zuder Klasse der Reichsunmittelbaren gehörten, abgesehen von den Reichs-beamten, jetzt nur noch die Herrschenden; alle übrigen waren landsässig,d. h. einer Landesherrschaft unterworfen und dem Reich nicht ohne MittelUntertan 1 . Den Hauptbestandteil des Reiches bildeten die reichsständischenTerritorien, deren Inhaber Sitz und Stimme auf dem Reichstag hatten.Dazu kamen die reichsunmittelbaren Herrschaften ohne Reichsstand-schaft und die sogenannten Rezeßherrschaften (S. 932).
Die reichsständischen Territorien hatten mit Ausnahme der Reichs-städte und der zu diesen gehörigen Landgebiete ausschließlich monarchischeVerfassung. Sie zerfielen, je nach ihrem Stimmrecht im Reichstag, inKurfürstentümer, Fürstentümer und nichtfürstliche Territorien der Prälaten,
1 Die nicht zur Regierung gelangten ebenbürtigen Familienglieder der landes-herrlichen Häuser galten nicht als Untertanen, sondern blieben reichsunmittelbar.Vgl. H. Schulze Recht der Erstgeburt 381.