— 4.—sterlichen Tugenden erreicht zu haben schien,Er wurde nach Friesland, wo die Chorherrenseines Ordens damahls Schulen zur Bildungder Jugend errichtet hatten, geschicket, umdie seinem Stande angemessenen Wissenschaftenzu erlernen; worin er auch seines durchdrin-genden Verstandes, Gelehrigkeit, und Fleißeswegen bewunderungswürdigen Fortgang mach-te. Nach vollendeten Studierjahren kam ernach Steinfeld zurück, und verfaht mit ge-wissenhaftester Pünktlichkeit alle ihm von derObrigkeit aufgetragenen Klosterämter. Seineanhaltende Abtödtung, sein beynahe ununter-brochenes Fasten, seine immer steigende In-brunst der Liebe zu Gott, und Maria, seinetiefste Demuth, sein holdseliges und liebreichesBetragen gegen seine Mitbrüder, sein uner-müdeter Seeleneifer gewannen ihm die Ver-ehrung und Bewunderung aller, die ihn kann-ten. Wie groß seiner Tugenden wegen derin seinen Augen demüthige Hermann vorGott gewesen seye, bezeugen die ausserordent-lichen Gnaden, die häufigen Erscheinungen,die vielen Offenbarungen, deren er gewürdi-get ward. Doch prüfte Gott die Tugendseines Dieners auch durch viele und schwereLeiden: harte Kämpfe und Versuchungen voninnen, und langwierige schmerzhafte Krank-heiten des Körpers gaben ihm die gewünschteGelegenheit, heldenmüthige Geduld auszuü-ben. Er starb, wie er vorgesagt hatte, indem Frauenkloster zu Hoven im HerzogthumeGülich, wohin er der priesterlichen Verrich-
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Andachtsübung zur Ehre des Heiligen Hermann Josephs, Priesters des Prämonstratenser-Ordens in der Abtei Steinfeld
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