③35166. Warum hat Gott dieses und das folgende Gebok den vor-hergehenden beigefügt?Anzuzeigen, daß, wenn er etwas verbiete, nichtnur böse Worte und Handlungen; sondern auch diebösen Gedanken, Lüste und Begierden des Herzensverboten sind.Röm 7, 7. Ich wußte nichts von der Lust, wo das Gesetznicht hätte gesagt: laß dich nicht gelüsten.167. Wann gelüstet oder begehrt der Mensch etwas?Wenn es ihm gut und vortheilhaft vorkommt.68. Ist denn auch alles wirklich gut und vortheilhaft, was demMenſchen ſo vorkommt?Rein; dann hätte Gott einige Begierden nichtverboten. Fr. 26.169. † Welche Begierden hat denn Gott verboten?Alle diejenigen, die entweder auf Dinge gehen,velche der Mensch gar nicht begehren sollte, oder dieu ſtark und zu heftig ſind.170. Warum verbietet er dieselben?Weil sie den innern Zustand des Menschen zerrütten,und Handlungen erzeugen, die böse und schädlich sind.Jac. 4, 2 3. Ihr seid begierig und erlangts damit nicht;ihr hasset und neidet, und gewinnet damit nichts ꝛc.† Matth. 15, 19. Aus dem Herzen kommen arge Gedan-ken, Mord, Ehebruch, Hurerei, falsche Zeugnisse, Lästerung.(Matth. 12, 33. 35.)Jac 1, 15. Wenn die Lust empfangen hat, gebieret siedie Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, ge-bieret sie den Tod.171. Was ist demnach unsere Pflicht?Daß wir über unsere Begierden wachen, sie ein-chränken, und vor allem uns möglichst hüten, wasöse Begierden erregen und unterhalten kann.1 Tim. 6, 6 8. Fr. 144.2. Tim., 2, 22. Fleuch die Lüste der Jugend.Röm. 6, 12. So lasset nun die Sünde nicht herrschen ineurem sterblichen Leibe, ihr Gehorsam zu leisten in seinenLüsten.1814C 2
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Der kleine Katechismus Lutheri mit Rücksicht auf den alten Bergischen Katechismus von neuem erklärt, u. mit Genehmhaltung zeitiger Inspectoren des Ev. Lu. Ministerii im Herzogthum Berg zum Druck befördert
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