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Zwey Predigten, bey Gelegenheit der Sammlungen milder Beyträge für die unglücklichen Bewohner des linken Rheinufers
Entstehung
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)( 30. (Erhöre ihre Seufzer! Laß die Stunde der Angst vorihnen vorüber gehen! Mache uns zu Werkzeugen, ih-nen ihre Noth zu verſuͤßen, das Andenken an erlit-tene Drangsale aus ihrer Seele zu vertilgen, Ge-ſundheit in ihre kraftloſen, bebenden Glieder zuruck-zuführen, Freude in ihrem Herzen zu erwecken, ihrebleichen Wangen zu beleben und zum Danke ihrenMund zu stimmen! Alles um Deiner Liebe willen!Amen. U. B.Ev. Joh. 12, 18.Sechs Tage vor den Ostern kam Jesus gen Bethanien,da Lazarus war, der Verstorbene, welchen Jesus auferwe-cket hatte von den Todten. Daselbst machten sie ihm einAbendmahl, und Martha dienete, Lazarus aber war dereneiner, die mit ihm zu Tische saßen. Da nahm Mariaein Pfund Salbe von ungefälschter köstlicher Narde, undſalbte die Fuͤße Jeſu, und trocknete mit ihrem Haar ſeineFüße; das Haus aber, ward voll vom Geruch der Salbe.Da ſprach ſeiner Juͤnger einer, Judas, Simons Sohn,Ischariothes, der ihn hernach verrieth: Warum ist dieseSalbe nicht verkauft um drey hundert Groschen, und denArmen gegeben? Das ſagte er aber nicht, daß er nachden Armen fragte; sondern er war ein Dieb, und hatte denBeutel, und trug, was gegeben ward. Da sprach Je-ſus: Laßt ſie mit Frieden, ſolches hat ſie behalten zum TageDenn Arme habt ihr allezeit beymeines Begräbnisses.euch, mich aber habt ihr nicht allezeit.Wie könnten wir, m. Zuh., unsere Betrachtun-gen über die Leiden unsers Herrn wohl würdiger,zweckmäßiger eröffnen, als mit dieser Geschichte:Sie trug sich kurz zuvor, ehe ihn seiner FeindeWuth erreichte, nicht fern von dem Orte, wo ersein Leben verbluten sollte, zu. Sechs Tage vor demPaſchafeſte ereignete ſie ſich, in Bethanien, in demHauſe eines gewiſſen Simons, bey einer Abendmahl-zeit. Seine Juͤnger umgaben ihn, Lazarus, ſein