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2 (1882)
Seite
308
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308 . WESTENDORP, HUNEBEDDEN.

gemittelt. Zieht man von dem schwedischen Lappland aus-gehend eine Linie über den bothnischen Meerbusen, die Ostsee,die Mündung der Oder durch Böhmen, Baiern, Savoyen bis

692 zum Ausfluss der Rhone in Frankreich, so liegen die Länderalle westlich, in welchen sie vorkommen. Also im skandina-vischen Norden, den brittischen Inseln, Norddeutschland, Hollandund Frankreich; in Gallicien sind sie vielleicht noch vorhanden,in Portugal waren sie ehedem, sind aber jetzt zerstört. Hierzueinige nähere Bestimmungen: geht man in Frankreich von demUrsprung der Garonne zu dem der Loire über Nevers und Sensbis an die Seine, so hat man zur linken Hand die Gegenden,welche allein im Besitz dieser Alterthümer sind; von Deutsch-land aber gehört nur hierher, was nördlich über der Linie liegt,die an der Oder herab über Berlin, Dessau, Cassel und Weselläuft. Südlicher hinunter findet sich kein Hünenbett mehr, unddie Cap. 6 angeführten Spuren eines solchen am Rhein könnengetrost ganz gelöscht werden. Das Denkmal, dessen JohannesMüller in einem Brief gedenkt, hat nichts mit einem Hünenbettgemein, sondern ist der bekannte, jetzt verwüstete Königsstuhlzu Rense oder Rees in der Nähe von Coblenz, worüber manschon in Büschings Geographie Auskunft finden kann. DerVerf. hat sich noch weiter umgesehen, aber sonst nirgends,auch nicht in anderen Welttheilen, kommen solche Hünenbettenvor; am meisten Verwandtschaft zeigen noch jene durch Pallasbekannt gewordenen Denkmäler am Jeniseistrom in Sibirien,zugleich aber auch wesentliche Verschiedenheiten.

Die Beschreibung der Hünenbetten in den vorhin genanntenGegenden füllt 10 Capitel (S. 1381), sie ist sehr schätzbar,indem die Nachrichten darüber mit Fleiss und grosser Belesen-heit zusammengetragen sind. Daselbst ist auch der Berichteiner Reise eingerückt, die Hr. Westendorp unternommen hatte,um die Alterthümer in seiner Nähe zu untersuchen. Dort, inDrenthe nämlich und den Grenzen von Ober-Yssel, befindensich Hünenbetten in vorzüglicher Menge und noch am meisten

693 erhalten, ja eins zu Tinarlo, wovon die erste Kupfertafel einewillkommene Abbildung liefert, steht noch bis auf den äusseren