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1 (1881)
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DER SÜNDER UNTER DEN GERECHTEN.

(AUS ALTER HANDSCHRIFT ÜBERSETZT VON DEN BRÜDERN

GRIMM.)

Der Gesellschafter oder Blätter für Geist und Herz. Herausgegeben vonF. W. Gubitz. Zweiter Jahrgang. Berlin, 1818. In der Maurerschen Buch-handlung. 26. Blatt. Sonnabend, den 14. Februar. S. 103.

JL/er Wolf, der Fuchs und der Esel wollten Busse thun undpilgerten nach Rom. Als sie nah bei der Stadt waren, hubder Wolf an:Da Gott uns in Gnaden bis hierher gebrachthat, wäre mein Rath, unsere Beichte abzulegen, ehe wir vordes Papstes Antlitz kommen."Das soll geschehen", sprach derFuchs,der heilige Vater hat mit jedermann, Pfaffen und Laien,viel Arbeit, so dass ihm wenig Zeit übrig bleibt. Wir wolleneinander beichten und die Busse festsetzen, hernach bitten wir ihnum Bestätigung, Gottes und unseres Flehens wegen."Wohlan",sagte der Wolf,beichte je einer den zwei andern seine gröss-ten Sünden. Also heb' ich an und beichte etwas, das mir schwerauf dem Herzen liegt: Ein Mann hatte ein Zuchtmutterschweinmit zwölf Jungen, die lagen unter einer kalten Stiege, und ichhörte oft, wie sie den Tag über ganz jämmerlich nach ihrerAmme schrieen, aber die lief mit vollem Wanst auf dem Feldeherum und Hess ihre Kinder den schmählichsten Hunger leiden.Mich erbarmte das und ich rächte mich einmal, als sie ihreJungen wieder nicht pflegte, zerriss sie und füllte meinen Leibmit ihr an. Aber das ist noch nicht alles. Hernach, als ichmich bedachte, dass ich übel gethan, dauerten mich die armenFerklein, die da Hunger litten; ich half ihnen aus der Nothund schloss sie auch in meinem Magen ein. Das bekenne ichmit weinenden Augen, nun bestimmt mir die Busse."Wennich die Sache recht betrachte", antwortete der Fuchs,so ist eureSünde nicht gar gross; ihr habt es aus Gutheit gethan, wie