RIKORDS FAHRT NACH JAPAN. 563
wären. Die Stadtpolizei ist streng. Nachts gehen oft Pa-trouillen durch die Strassen, und niemand darf sich dann ohneLaterne blicken lassen. Zum Löschen der Feuersbrünste werdenin Eddo, der Hauptstadt des weltlichen Kaisers, 48000 Brand-soldaten in 48 Regimentern unterhalten. Nun wird man sichnicht mehr darüber wundern, dass nach den Aussagen derJapaner in jener Hauptstadt 10 Millionen Menschen in 280000Häusern wohnen, unter denen allein 36000 Blinde sich befinden.Golownin meint, dass diese Angaben sehr wahr sein könnten;nach einem Plan von der Stadt, der ihm gezeigt wurde, enthieltsie vollkommen 10 Meilen im Umfang. — Zu den Völkern, dieden Japanern Tribut zahlen, gehören die Bewohner der süd-lichen kurdischen Inseln, die sich selbst Ainu nennen. Dieseleben in einer bewunderungswürdigen Eintracht unter einander,und von der Sanftmuth ihrer Sitten zeugt der gänzliche Mangel
an Schimpfwörtern in ihrer Sprache.
W. Gm.
RIKORDS FAHRT NACH JAPAN UND MÜLLERSNORDISCHE SAGENBIBLIOTHEK.
Gesellschafter. 1818. 29. und 30. Blatt. Freitag, den 20. und. Sonnabend,den 21. Februar. S. 116. 120.
Jjjrzählung des russischen Flottkapitäns Rikord von seinerFahrt nach den japanischen Küsten in den Jahren 1812 und1813 und von seinen Unterhandlungen mit den Japanern. Ausdem Russischen übersetzt vom Staatsrath von Kotzebue. (Leipzig,bei Kummer 1817.) — Diese Erzählung vervollständigt nunGolownins grösseren Bericht und liest sich gleich angenehmund mit immer gesteigerter Theilnahme, so dass man zuweilenversucht wird, ein poetisch gebildetes Werk darin zu sehen, obwir gleich an der Wahrhaftigkeit desselben keinen Zweifel hegen.Beide Bücher lassen uns erst recht das Wesen der Japanererkennen. Krusenstern fehlte es an Gelegenheit zur Beobach-tung, auch musste er seinen besonderen Verhältnissen nach zu
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