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1 (1881)
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AUS HESSEN. 543-

winkten. Es ist gut, solche Vorgänge in der Erinnerung nichtuntergehen zu lassen, weil dabei das Innere eines Volks sichfrei aufthut und den Blick in das unbewusst Grosse und Tiefegestattet, das eben, weil es unbewusst ist, der Einzelne nichtauszusprechen vermag. Möchte Wilhelm I dazu berufen sein,noch am Abend seines Lebens, dem das Unglück nicht ver-loren war, die Wohlfahrt des Volkes dauernd zu begründen,das so viele Treue und Anhänglichkeit in Zeiten schwerer Prü-fung bewiesen und ihm mit so viel Liebe und Zutrauen ent-gegenkam! Möge auch keiner von denen, die bei uns undallerwärts ans Werk gestellt sind, durch Schwachheit oderLässigkeit, noch weniger durch Bosheit oder Selbstsucht diegoldene Gelegenheit dieser Zeit, die so nicht wiederkehrt, un-genützt verstreichen lassen; die Verantwortung vor Mit- undNachwelt ist allzugross, als dass sie leichtsinnig ausser Achtgelassen werden dürfte.

[anonym.]

AUS HESSEN.

Rheinischer Merkur. No. 224. Montag, den 17. April 1815.

jtiier sind die Rüstungen anfangs nur mit grosser Lässig-keit betrieben worden; es hiess, in acht Tagen würde Napoleon,verdorben sein. Als das nicht geschehen wollte und die Sachenernstere Wendung nahmen, wurden vorerst 10,000 Mann auf-geboten. Da zeigte sich gleich die gänzliche Auflösung, in diedas Heer gerathen war. Dieser Vorfall hatte verschiedene Ur-sachen.

Wenn die Liebe, mit der unser Fürst zu uns heimgekehrt,,die Milde in den hergebrachten Formen, selbst an Verrätherngeübt, und die schnelle, bereitwillige Aufstellung eines zahl-reichen Heeres hoffen liess, dass bei einsichtiger Anerkennungdes neuen deutschen Lebens er nur die Liebe zum Alten be-halten, so zeigte sich's bald, dass er vielmehr alle die altenNeigungen unversehrt zurückgebracht. Wir können es wohl