NACHTRÄGE ZU DEN [KRIEGS-] BERICHTENAUS CASSEL.
Der Prenssisclie Correspondent. 4. No. 148. [Berlin.] Im Verlage der Realscliul-buehhandlung. Mittwoch, den 15. Dezember 1813.
[Brief an Arnim.]
-I? ast allgemein hatte man die Ankunft der Russen erstdurch die Kanonenschüsse auf dem Forst und vor dem Thoreerfahren; dem König war' es nicht besser ergangen, wenn nichteiner von den Gensd'armes den Kosaken entwischt wäre. Wiesich die Soldaten nach ihrem Handwerk noch schlugen, sowaren die Bürger von der Neuheit des Krieges zu sehr über-rascht, um selbst Antheil zu nehmen; als die Russen zum zweitenMal kamen, hatte man sich besonnen und es war anders. Sieliefen nur in die zum Markt führenden Strassen, wo das Ge-fecht war, um zuzusehen; umgekommen sind nur wenige unddiese gerade auf unerwartete Weise. Einen Gärtnerburschentraf auf dem Friedrichsplatz, der ganz ausserhalb der Kanonenlag, die einzige Kugel, die durch Zufall dahin getrieben ward;einen Mann, einen künstlichen, der zerbrochenes Porzellan eigen-thümlich zu flicken erfunden hatte, und der sonst schwerlichneugierig gewesen ist, kam die Lust an, aus seinem Hinter-stübchen hervorzukommen, um sich umzusehen, und ward indem Augenblick getödtet. Ein anderer wollte aus der Fischer-gasse, als die Kosaken einmal bis auf die Brücke gedrungenwaren, um die Ecke sehen, eine Kartätsche nahm ihm abergerade die Spitze der Nase weg.
Wie der folgende Tag allmählich ruhig ablief, glaubte man,die Sache sei beendigt und das Streifkorps wieder abgezogen:Nachrichten giengen nicht ein, weil die ausgestellten Pikete und
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