438 ZU DEN MÄRCHEN.
hiess. Sie war eine rechtschaffene und treffliche Haushälterinund besonders geschickt bei Tisch aufzuwarten. Die Sorgfalt,womit sie immer unsichtbar den Tisch deckte, war für Fremdeein unterhaltender Anblick: das Verlangte kam wie durch dieLuft geschwommen und setzte sich mit der grössten Geschwindig-keit und Geschicklichkeit auf die Tafel; und an Reinlichkeitund Aufmerksamkeit war ihres Gleichen nicht im ganzen Land.
ÜBER DAS WESEN DER ELFEN.
Die schottischen Sagen enthalten den Glauben an ein dieganze Natur unsichtbar erfüllendes, mit den Menschen nah ver-bundenes Geisterreich am vollständigsten und verdienten dahereine solche abgesonderte Darstellung, bei welcher wir die zu-gänglichen Quellen sämmtlich zu Rath gezogen haben. Wasgegenwärtiges Buch in Beziehung auf Irland Neues gewährt,davon schien die vorangestellte Übersicht für den Gebrauchdesselben nützlich. Die Überlieferungen anderer Länder sind,so weit wir sie kennen, im Ganzen lückenhafter, wenn auch imEinzelnen manchmal ausführlicher; auf diese Weise fortzufahrenund jedes Volk für sich zu behandeln, würde zwar eigene Vor-theile darbieten, die vielfache und doch nothwendige Wieder-holung aber mehr Raum wegnehmen, als wir dieser Einleitunggestatten dürfen. Zweckmässiger schien es daher, Hauptpunkteherauszuheben und bei Betrachtung derselben das Eigenthüm-liche anderer Völker, so wie das Bedeutende der Übereinstimmungund das hoch hinauf reiche nde Alterthum des Ganzen anzumerken.
Der Weg, den wir dabei gehen, ist von dem verschieden,den Walter Scott in der obengenannten ihres Inhalts wegenohne Zweifel schätzbaren Abhandlung eingeschlagen hat. Ersucht auf eine, wie es uns dünkt, gewagte, in blossen Voraus-setzungen gegründete Art verschiedene, angeblich historisch ge-bildete Bestandtheile dieses Geisterglaubens zu entdecken, dieihm seine gegenwärtige im Abwelken begriffene Gestalt sollengegeben haben. Dagegen ist unsere Absicht, ihn darzustellenwie etwas, das, so lange es fortgedauert hat, ein aus lebendigerMitte entsprungenes und in seinen Bestandtheilen gegenseitig