Gruppe II. 28
335. Aufbereitungs-Proben sind in den Glasschaalen enthalten. Aus der feinen fetten Kohlesind die Coaks dargestellt, von welchen mehrere Mustor ausliegen.
Um eine Vorstellung zu erwecken von der Zahl und Stärke der Ablagerungen doswestfälischen Steinkohlenbeckens, sind aus mehreren Flötzen desselben Kohlenblöckegebrochen und ausgestellt.
Die Hauptbedeutung des Bergbaues der ausstellenden Zechen beruht in der Ge-winnung und Veredelung der Steinkohle; ausser den zahlreichen Flötzen der letzterenfinden sich in dem westfälischen Becken noch einzelne gewinnungswürdige Eisenorz-Ablageningen; von dem Erze derselben, dem Kohleneisenstein oder Blackband, sindebenfalls einige Proben in rohem und geröstetem Zustande ausgestellt.
Den ausstellenden. Kohlengruben haben sich auch die benachbarten Harkort'schenWerke angeschlossen, welche Schwefelkies und Brauneisenstein vorführen.
Die bildlichen Darstellungen haben entweder einen allgemeinen, auf das ganze Stein-kohlenbecken, oder oinen besonderen auf die einzelnen Werke bezogenen Charakter.
Die allgemeinen Darstellungen sollen die goognostischen (Lagerungs-), die Betriebs-nnd Vertriebs-Verhältnisse des grossen westfälischen Bassins bezw. seines Haupt-Productes veranschaulichen.
Um die Lagerungswoise der Steinkohlenflötze, deren Zahl und Stärke vorzuführen,sind drei grosse Profile durch das Steinkohlenbecken und die Flötzkarte desselben aus-gestellt. Diese Profile erschliessen den eigenartigen Bau des grössten continentalen Stein-kohlen-Bassins, die Faltung seiner Flötzo nach muldenartigen Einbiegungen und sattel-förmigen Aufbiegungen, die Zahl und Stärke ihrer Kohlenablagerungen, von welchennur die über 50 cm mächtigen berücksichtigt wurden, die Art und Mächtigkeit der sietrennenden Gesteinsbänke; sie zeigen die Flötze in vier Hauptmulden, und zwar vonSüden nach Norden aufgezählt, der Wittener, Bochumer, Essener und DuisburgerHauptmulde eingelagert, welche Hauptmulden in derselben Folge sich mehr und mehrverbreitern und vertiefen; die Zahl der Flötze, welche baulohnend sind, beträgt zurZeit — denn weitere Aufschlüsse nach Norden und Osten stehen noch zu erwarten —wie bereits angeführt, 90, ihre Gesammt-Mächtigkeit 87m. nahe drei Procent des ineiner Stärke von 2750 m erschlossenen produetiven Steinkohlengebirgos. Ferner istdie grosse westfälische Flötzkarte in ihrer ersten 1868 vollendeten Auflage sowie inder zweiten seit 1880 begonnenen Ausgabe ausgestellt. Erstcre, im Maassstabe 1:12 800,umfasst ein Aufschlnss-Gebiet von 174 000 ha oder 301/2 Quadratmeilen, während dieletztere ein um 30 000 ha vergrössortes Terrain überspannt. Beide ausgestelltenKartenwerke ergänzen sich zu einem abgerundeten Bilde der westfälischen Flötz-Ablagerungen.
Die Profile der Einzelwerke vervollständigen den Einblick in die zahlreichenSpecialfalten des westfälischen Steinkohlen-Gebirges.
Das Gestell in der Mitte trägt die Zeichnungen, welche ein Bild der Bewirth-schaftung des in dem westfälischen Steinkohlenbecken niedergelegten Natural-Ver-mögens vorführen sollen. Die eine Seite wird durch eine im Maassstabe von 1: 20 000gezeichnete Karte der westfälischen Steinkohlen-Bergwerke nördlich der Buhr erfüllt,Auf der Gegenseite ist das Absatzgebiet der westfälischen Steinkohle im Maass-stabe von 1:750 000 veranschaulicht. Das Absatzgebiet der westfälischen Steinkohleund Coaks erstreckt sich hauptsächlich auf das nordwestliche Deutschland (Westfalenund die Rheinprovinz, Hannover und Braunschweig, die Provinz Sachsen, Olden-burg, die Hansestädte und Schleswig-Holstein), sodann über Brandenburg mit Berlin,Thüringen, Hessen-Nassau, Elsass-Lothringen, Baden, Württemberg und Baiern. InsAusland geht der Vertrieb der westfälischen Steinkohle und Coaks vornehmlich nachHolland, Belgien, Luxemburg, dem nördlichen Frankreich mit Paris, der Schweiz, inkleineren Posten nach Oesterreich, Italien, Spanien und sogar nach England, nachJütland, don dänischen Inseln, Schweden und Russland, sowie über das Weltmeer.Die einzelnen Absatz-Provinzen sind auf der Karte unterschieden und durch dieeingezeichneten rothen Kreise die auf eine jede entfallenden Quantitäten markirt;die Gesammt-Production des westfälischen Steinkohlenbeckens hat sich im Jahro1879 auf mehr als 20 Millionen Tonnen belaufen, von welchen nach Abzug desSelbstverbrauches der Bergwerke nahe 94% oder etwas weniger als 19 Millionen zumAbsätze gelangten.
Zwei statistische Tableaux verdeutlichen das rasche Anwachsen der westfälischenBergbau-Industrie und der an ihre Arbeiter geleisteten knappschaftlichen Unterstützungen.Ferner sind Photographien, Pläne und graphische Skizzen ausgehängt, welche über die