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Officieller Katalog der Gewerbe-Ausstellung
Entstehung
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Historisch-statistische Vorbemerkungen.

Die wechselvolle und inhaltreiche Geschichte der mannigfaltigen Gewerbs-zrweige von Rheinland, Westfalen und Nassau lässt sich nicht in dem engen Rahmeneiner Einleitung zu diesem Kataloge darstellen. Selbst eine eingehende Schilderungdes jetzigen Standes dieser Gewerbszweige ist bei dem knapp bemessenen Räumenicht möglich. Wir begnügen uns daher mit einigen kurzen Mittheilungen überdie Entwickelung der wichtigsten, zur Zeit noch bestehenden Gewerbszweige undeinigen Zahlen, welche für die Beurtheilung der heutigen industriellen Verhält-nisse von Interesse sind.

Wer die Früchte der gewerblichen Thätigkeit auf unserer Ausstellung sieht,wird gern etwas von dem Baume und dem Boden erfahren, auf welchem diese Früchtegewachsen sind; auch möge er aus den nachfolgenden Notizen ersehen, dass zwarviele, aber durchaus nicht alle Fruchtarten hier ausgestellt sind, und dass einigewichtige Zweige der Gewerbsthätigkeit des Ausstellungsgebietes auf dem glän-zenden Bilde, welches die Ausstellung bietet, völlig fehlen oder nur schwach her-vortreten.

1. Land nnd Leute.

Die beiden Provinzen Rheinland und Westfalen, sowie der Regierungs-BezirkWiesbaden bilden den südwestlichen Theil Preussens, sie gehören in ihrer grösserenMasse dem mitteldeutschen Gebirgslande an. Der nördliche Theil Rheinland-Westfalens ist indessen ein Stück der niederdeutschen Ebene.

Rheinland hat rund........... 27 000 qkm mit 3 805 000 Einwohnern,

Westfalen ........... 20 2001905 000

Reg.-Bezirk Wiesbaden hat rund 5 500 680 000

Ganz Preussen hat rund....... 347 50025 742 000

Der Fläche nach enthält das Ausstellungsgebiet etwas mehr wie den siebentenTheil ( 2 /i3), der Bevölkerung nach ein Viertel des preussischen Staates.

Das Ausstellungsgebiet erstreckt sich vom 49. bis zum 52. Breitegrade undvom 23. bis zum 27. Längegrade (Ferro). Der südlichste Punkt liegt bei Saar-brücken, der nördlichste bei Minden; die äussersten Punkte nach Westen liegenbei Malmedy und Heinsberg, die nach Osten bei Höxter an der Weser.

Der Rhein durchfliesst das Ausstellungsgebiet von djn Mündungen des Mainsund der Nahe bis zur holländischen Grenze. Er nimmt fast sämmtliche Wasser-läufe desselben auf, nur der Nordosten Westfalens entsendet seine Wasser derWeser und der Ems, welche letzteren streckenweise durchfliessen.

Die Hauptmasse des Berglandes bildet das rheinisch-westfälische Schiefer-Gebirge, dessen einzelne Gruppen besondere Namen führen. Auf dem linken Rhein-ufer zwischen Nahe und Mosel liegt das Plateau des Hunsrücks, südlich zum Soon-wald ansteigend, an den sich westlich nach der Saar hin der Idar und d«r Hoch-wald schliessen. Der Gebirgstheil nördlich der Mosel ,bis nach Aachen heisst dieEifel, deren höchste westliche Erhebungen bei Prüm die Schneifol und weiternördlich bei Montjoie das hohe Venn sind, die wieder mit den Ardennen in Ver-bindung stehen.