340 ZUR GESCHICHTE DES REIMS.
Anfang an, seitdem man deutsehen Versen Reime giebt: wohl einGrund mehr für meine | Behauptung, dass Anlass und Vorbild desdeutschen Reimes wie der Verse und der Strophen, in denen er zuersterscheint, in den gereimten lat. Kirchenliedern zu suchen sei. Hiebeimöchte ich also vor der Hand noch bleiben; die Beschränkungen undBedingungen, die dem allgemeinen Satze allerdings noch beizugebensind, glaube ich in der Litt.-Gesch. § 30 u. 31 nicht übersehen zu haben.Und Ihr Wörterbuch geht vorwärts, und ich stehe von fern undschaue zu, wie die Koenige bauen und habe nichts dabei zu thun nochdazu gethan, schaue zu und würde nach den herben [?] Worten, die Sieeinmal in den Zeitungen haben ergehn lassen, mich anklagen undmich schajmen, wenn mein Gewissen mich nicht freispraeche, wennnicht der langsame Fortgang alles dessen, was ich unternehme, Ihnenzeigen müsste, wie wenige Zeit zum Arbeiten ich habe und wie nochviel weniger Kraft, ich übelschlafender Schulmeister und Bürger vonBasel. Zudem, was ich hätte leisten können und sollen, ist so vielich weiss darum nicht ungeleistet geblieben. |
Wie trcestlich wohl thut mir Ihre Liebe! Und die wollen Siemir erhalten, Sie und Ihr Bruder! Grüssen Sie ihn auf das her[z]lichsteund sagen Sie auch ihm meinen Dank. Auch Ihrer Frau und all denIhrigen und auch von meiner Frau die freundlichsten Empfehlungen.
Ganz der IhreWilh. Wackernagel.
Sie haben mich, hochverehrter herr professor, durch die überausgütige Zusendung Ihrer geschiente des reims zum herzlichsten dankeverpflichtet, dessen zu meinem eigenen bedauern verspätetem ausdruckeSie eine hochgeneigte entschuldigung nicht versagen mögen. Hat michdas werk überhaupt auf das freudigste überrascht, so ist es mir geradejetzt besonders erwünscht gekommen um der ausführuugen willen, diees zugleich auch über den altfranzösischen reim enthält. Für meinearbeit über Crestiens de Troies — zu den s. 175 genannten ausgabenseiner dichtungen liefse sich noch Jonckbloets roman de la charretteund Mistreis Guillaume dAngleterre im 3. bände der chroniques anglo-normandes hinzufügen — habe ich daraus den wesentlichsten nutzengezogen. Möchte es Ihnen doch gefallen, dem kostbaren buche einedarstellung der deutschen metrik im ganzen folgen zu lafsen!
Bei dieser gelegenheit ist es ihnen wol nicht unlieb, zu erfahren,dafs die fastnachtspiele nun bald verschickt werden können. Dasmanuscript ist längst vollendet und es ist lediglich schuld des druckers,