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4 (1887)
Seite
287
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ZUR GESCHICHTE DES REIMS. 287

Distichons proprium : principium. Im letzten Pentameter sogarder unvollkommene Reim gemitu : deus, wie wir ähnliche beiHermannus Contractus gefunden haben.

In der aus 6 Distichen bestehenden Grabschrift Siegfrieds,Abts zu Tegernsee, dessen Briefe in die Mitte des elften Jahr-hunderts fallen, herrscht der zweisilbige Reim vor (Pez The-saurus anecdotorum 6, 1, 242); ich theile die zwei ersten mit,

Abbas eximius tumba situs hac Sigefridus,

omnia dum viguit terrea deseruit.ac paupertatis suscepit onus grave gratis,

vivat cum domino dives ut hoc pretio.

In der zweiten Hälfte des folgenden Jahrhunderts zeigtHerrad von Landsberg (f 1195) in dem aus 75 Distichen be-stehenden Gedicht De lapsu carnis (Hortus deliciarum S. 153)noch keine wesentliche Verschiedenheit: der Reim ist durch-gesetzt, aber der einsilbige ist in der Minderzahl und ist sogareinmal ungenau, faciet : vidit S. 157; und zweimal wird estgebunden mit requies und fames 153. 154. Der zweisilbige ist 672öfter ungenau. Ein Paar Mal erscheint der dreisilbige im Pen- 152tameter,

S. 154 fervet avaritia, rumpitur invidia,

156 quidquid in hoc oritur praeterit et moritur.

Von dem dreifachen, der nicht selten ist, verdienen einigeBeispiele angeführt zu werden: im Hexameter,

(f) 153 est opus ut comedat, rursum bibat atque quiescat,155 sunt illic vermes serpentes atque dracones,

zugleich mit einem dreisilbigen Binnenreim.

153 perpetitur culices pulices et mille dolores,mit Wiederholung desselben Worts,

155 quidquid eos torquet, sie torquet ut esse reservet,im Pentameter,

154 mentem perturbant dilacerant hebitant.marcent praetereunt intereunt pereunt.

156 nam mihi ut lieuit, paruit ut potuit.

Weiter bemerke ich,

(g) .155 ieiuna, vigile, commissa pia prece vela,