ZUR GESCHICHTE DES REIMS. 283
135 auxit cum psitachis binis corvisque gemcllis,monedulis, sturnis dootis garrire loquelis,
ferner III 282. V 2. VI 59.Er lässt mehrmals den Reim durch drei Zeilen ziehen,
III 244 ergo tui cuncti cum sunt hostes nihilati,
partim defuncti, partim membris mutilati,
illorum nulli tibi quid plus sunt nocituri. 668
266 pro sola matre lacrimis perfunditur ore. 1 4 &
id resciscente populi rumore sodale,
ultra credibile nimium fit mentis acerbae;306 pascha fuit tecum mihi semper cottidianum,
semper habens multum vel honorum sive bonorum
a te non solum, s,ed ab unoquoque tuorum.
Ebenso V 49. VI 52. XVIII c. 5,ja durch fünf Zeilen,
III 139 loricis, galeis ducibus, scutis .... alatis,
munerat atque tubis auro pra post decoratis,praesidibus pulchris madris crisisque poledris,militibus summis seu peliciisve chrusennis.his ita dispositis modicum requiescere vult is.
Nach Schmellers Vermuthung (Latein. Ged. S. 225) hatder Mönch Promund auch den Rudlieb und zwar des ziemlichweltlichen Inhalts wegen in seiner Jugend gedichtet. Ich kanndem nicht beistimmen, dort ist der Reim noch nicht ganzdurchgedrungen, hier fehlt er kaum in einer Zeile, und derzweisilbige, der dort nur vereinzelt erscheint, ist hier weitvorgerückt; schon aus diesem Grund sprechen jene Gedichteein höheres Alter an. Dazu kommt, dass von den bemerktenauffallenden Eigenthümlichkeiten des Reims bei dem Mönchkeine Spur sich zeigt. Ich bringe dabei das geistige Über-gewicht noch nicht in Anschlag, das sich entschieden auf derSeite Rudliebs findet: die kühne Auffassung und Behandlungder Sage, der Verstand und die Weltkenntnis, endlich dieGewandtheit in Gedanken und Ausdruck verrathen nicht einenjugendlichen Dichter, sondern scheinen die Frucht eines ge-reiften Mannes zu sein.
Weit abstehend an innerein Gehalt, ist doch, was denKeim und dessen häufige Anwendung betrifft, die Ecbasis