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4 (1887)
Seite
273
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ZUR GESCHICHTE DES REIMS. 273

haltende Gedicht Carolus magnus et Leo papa entstanden sein,über dessen Verfasser man nur Vermuthungen hat (Bahr Suppl.3, 85. 86). Er verräth nicht geringere Bildung als die ebenbesprochenen beiden Dichter der karlingischen Zeit. In derAnwendung des Reims ist er weiter gegangen, der viel häufigerhervortritt, namentlich in den ersten 150 Versen, wo er ent-schieden überwiegt; der Verfasser, scheint es, bemühte sichanfangs ihn ganz durchzusetzen, gab es aber wieder auf. Derzweisilbige kommt bei. ihm nicht vor: zwar eine Zeile scheintihn zu enthalten, wo er ausserdem ein rührender und zwar einunstatthafter wäre,

4"2l namque potest legio omnis et hinc exercitus omni»,aber ich ändere potest (celso de colle videri) legio, amnis, wasauch einen besseren Sinn gewährt. In drei Zeilen wiederholtsich das Reimwort,

(o) 61 fulget in orbe potens, prudens gnarusque, modestusinluster facilis doctus bonus aptus honestusmitis praecipuus iustus pius inclitus heros.

Das Denkmal, das zunächst Berücksichtigung verdient, istdie Grabschrift auf Ludwig den Frommen zu Metz (Historielitteraire de la France 4, S. 587), der im Jahr 840 starb; siemag bald nachher verfasst sein.

Imperii fulmen, Francorum nobile culmen.

erutus a saeclo conditur hoc tumulo,rex Ludowicus pietatis tantus amicus

quod Pius a populo dicitur et titulo.Hildegard soboles, Caroli Magni pia proles, 659

in pacis metas colligit hunc pietas. 139

Rumelicum villarn, quidquidve refertur ad illam,

Arnulfo sancto contulit huicque loco.stirps a quo procerum, regumque vel imperatorum,

quorum muneribus sistitur iste locus.

Man sieht, der Reim fehlt nie und ist ebenso oft zweisilbig alseinsilbig.

Einige kürzere Inschriften aus dieser Zeit, die Schuch(S. 60. 61) beibringt, zeigen gleichfalls den Reim, wiewohl manbei solchen Veranlassungen eine besondere Sorgfalt und Zierde,

W. GRIMM, KL. SCHRIFTEN. IV. 18