ZUR GESCHICHTE DES KEIMS. 177
liehe: sioherliche 12068 (die Stelle fehlt in der Berliner undWiener Handschrift), -liehen kommt nicht vor, denn listlichen :sonderlichen 3533 ist verderbt, und mit der Berliner und WienerHandschrift sind die beiden Zeilen zu lesen mit listeclichendingen albesunderlingen. (b) warheit: wisheit 1505 : Ungezogen-heit 8502: bösheit 11248: girheit 12396. (c) boteschaft : her-,schaft 3900: geselleschaft 3874: friuntschaft 4104: Wirtschaft4128. ritterschaft: herschaft 4510. 9380: gesellschaft 3299. 5189.7260. 8736. 9006. meisterschaft: vientschaft 5776. friuntschaft:geselleschaft 7560. herschaft : Wirtschaft 13000. (d) richtuom:wistnom 405. 2374: magetuom 4234. (e) erhaft: werhaft 5036:wärhaft 18414. Aus diesen Reimen geht hervor, dass Veldekein keiner Beziehung zu dem späteren Herzog Ernst steht, wo-liehe viel öfter vorkommt (oben S. 538 [= S. 144]), dagegendas hier nicht seltene -heit (denn lösheit : wirdekeit Ernst- 47ist kein rührender Reim), -schaft und -tuom mangelt. Das alteBruchstück (Fundgr. 1, S. 228 — 230) enthält nur 126 Zeilen,es lässt sich also daraus nichts beweisen; indessen zeigt sichdarin kein Reim dieser Art. Der Dichter des Pilatus steht derZeit wie der Bildung nach neben Veldeke. Er reimt rehte:imrehte 1, 107. genäde : ungenäde 1, 110. gewalt : walt 2, 9.heimuote : armuote 2, 95. kunincriche : riche 2, 141. lant: hei-lant 2, 407. Herodes : des 2, 411. Sodann (b) semftikeit: barm-herzikeit 1, 100 und (c) gesellescaf: bereitscaf 2, 29. Dass -lieh-liehe und -liehen fehlen, kann in dem geringen Umfang desGedichts seinen Grund haben. Ganz anders bei dem Dichterdes Servatius, der ebenfalls als Zeitgenosse Veldekes angesehenwird (Haupts Zeitschrift 5, 76), denn er gebraucht in 3548 Zeilenden rührenden Reim fast nur in der Zusammensetzung mit -lieh(a) tägelich : unverträgelich 169: klägelich 743. 1777. grcezlich:kunterlich 1953. unmeglich : klegelich 2193 und einmal gärliche:sielecliche 841. Sonst noch (d) bistuome : tuome, auch lande : hei-lande 817. [heilant: laut]*) 2353. manlich fSubst.) : glich 291.2581. Endlich will ich hier der Überarbeitung von KilhartsTristanteine Stelle geben, weil sie in metrischer Beziehung dieser Zeit
*) [Mittlieilung Ed. Schroeders.]
W. GRIMM, KL. SCHRIFTEN. IV. 1 2