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4 (1887)
Seite
54
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54 ÜBER FREIDANK.

schon 10454 beginnt. Es kommt dann noch öfter vor und zwarvor akst (wan er unmehtic was unt alt 13086; in der Ber-liner Handschr. fehlt die Zeile, in der Wiener wan er waz garalt. Minne, al daz ich mac unt kan 10907. wan sie ir seredröut unt schalt 10550, die Berliner liest »wände si ir drowetvii schalt«, in der Wiener fehlt die Stelle, rihte sie sichüf unt sprach 10558. sünde unt scholt 10987. naht unt täc11174). In den Liedern Veldekes erscheint es nicht, dennstatt »sunder wig und wan« MS. 1, 90" ist sunder'wich undäne wan zu lesen. Doch Eilhart von Oberge, dessen TristantVeldekes Äneide muss vorangegangen sein und der die feinerenmetrischen Gesetze schon kannte und beachtete, gebraucht diesesunt: er setzt es nicht vor Vocalen, aber vor d 1 m s w (desVolkes zoch vil hin unt dar 6321. da im was [vor] geschehen^iep unt leit 4069. 7222. daz was beidiu wip unt man 3802.er legete ez zwischen in unt sie 3887. daz er haben sol untwil 3577).

XI.

Schon in der Einleitung zur Bescheidenheit S. CXXVII habeich darauf hingewiesen, dass bei Freidank kein Reim sich zeige,der nicht auch bei Walther zulässig wäre: hier trage ich nach,dass sich zwischen beiden eine merkenswerthe Übereinstimmungfindet. Sie gebrauchen nämlich nur lieh, nicht lieh mit kurzemVocal, was bei anderen entschieden vorherrscht, lieh reimt beiFreidank bloss auf rieh 11, 23. 16, 8. 41, 8. 43, 22. 58, 25. 91, 12.103, 3. 108, 7. 115, 20. 122, 7. 126, 7. 11. 155, 23, ebenso beiWalther ausser einmal auf entwich, wie man in Hornigs GlossarS. 418 und 421 nachsehen kann. Die Paar Stellen, worin beiFreidank lieh erscheint, sind auch aus anderen Gründen unecht,wie unten die Anmerkung zu 141, 7 darthut. Die von Frei-dank bei dem schwachen Verbum gebrauchte Form 6t, ver-zwivelöt 66, 7 und gemarterot 173, 9, hat Walther nicht ange-wendet, was vielleicht nur zufällig ist, oder ihm schien dieseAlterthümlichkeit der gehobenen Sprache des Liedes nicht mehrangemessen. In den Denkmälern des elften und zwölften Jahr-hunderts, zumal in denen, die in die erste Hälfte desselben