10ge, die Zahl unsrer leidenden Mitbrüder, und den herzterreißenden Zustand sichlebhafter vorgestellt hätten, worin das öffentliche Elend nicht nur diese versetzt hat,sondern noch so Viele, die sich sonst kümmerlich würden durchgeholfen haben.Diese Bemerkung kann und wird den Edlen unter unsern Armenfreunden, dienach Verhältniß ihrer Kräfte mildthätig sind, gewiß nicht zu nahe treten; sondernSie werden die Richtigkeit und die Bedeutung derselben am Billigsten beurtheilen,und mit ihren eignen Gefühlen übereinstimmend finden.Die Hauptverwaltung beschränkt sich einstweilen darauf, den Herren Bezirks-aufsehern auf das Angelegenste zu empfehlen: sobald die Last der Einlagerungeneinst aufgehört haben wird, alle zu ihren Kreisen gehörige Einwohner persönlichzu besuchen, um Diejenigen, in Ansehung welcher sie dieses mit Grunde nöthigerachten, zu genügenderen Erweisen ihrer Wohlthätigkeit aufzumuntern, und nachMaßgabe des Erfolges ihrer Bemühungen, neue Beitragsverzeichnisse fürdas laufende Jahr aufstellen zu können.1###Die Pfleger und Aufseher sind gleichsam die Väter der Armen in ihren Bezir-ken, und folglich am Besten im Stande, über die Verhältnisse der ihrer FürsorgeAnvertrauten, über die Trauerauftritte des Elendes überhaupt; dem abgeholfenwerden ſoll, und uͤber die Sorgfalt, womit unendlichem Jammer in den Huͤttender Armen an jedem Tage würklich abgeholfen wird — die minder Unterrichtetenaus eigner Erfahrung zu belehren, und die Gemüther Derjenigen zu rühren, wel-che offenkundigen Verhältnissen zufolge, auffallend zu wenig beitragen, oder wohlgar jedem Beitrage sich auf eine hartsinnige Weise entziehen.Zum Glücke bedarf es bei dem zahlreichsten Theile der hiesigen Einwohner hier-über nicht erst vieler Worte. Die Gutgesinnten vergaßen selbst unter dem härte-sten Drucke unsrer Prüfungszeit der Nothleidenden nicht; wie viel weniger werden Sie dieses jetzt, im Dankgefühl für die Errettung durch Gottes Hülfe aus demVerderben, welches uns mit der schändlichsten Knechtschaft bedrohte; im Dankgefühl für die Zuversicht auf ein würdigeres öffentliches Leben, auf eine schönere Zu-kunft unter dem Schutze einer volksfreundlichen Regierung, einer weisen Verfassung9) Sperrgelder. In Betracht der aus mehreren Gründen unannehmlichen,und den Bewohnern der auswärtigen Bürgerschaft insbesondere lästigen Erhebungder Sperrgelder, hat die Hauptverwaltung unlängst die hohe Regierung gebeten,diese Abgabe in der dem Gemeinsinn der Bürger entsprechenden Zuversicht aufzu-heben, daß der Minderbetrag durch reichlichere freiwillige Beiträge werde211ersetzt werden
Druckschrift
Übersicht des Zustandes der allgemeinen Armenpflege zu Düsseldorf in dem Jahr 1815
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Seite
10
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