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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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224 I. Kriege von 16131689.

des Königs, welcher den polnischen Thron durchaus an den französi-schen Prinzen Conde bringen wollte, beschloss am 26. Juni 1658, denVertrag von Wilna zu brechen und an Russland Krieg zu erklären, umdie durch Russland ihm abgenommenen Städte und Gebiete in Lithauenund der Ukraine wieder zurück zu erlangen.

Nun entschloss sich der Zar, welcher den]Krieg mit Schweden auf An-stiften Oesterreichs und Dänemarks begonnen hatte, aber nicht um Polenzu retten, sondern um Schweden in Livonien und Ingermanland nichtzu stark werden zu lassen und dadurch später um so schwierigere undgefährlichere Kriege mit demselben bestehen zu müssen, zumFrieden mit Schweden, um seine Hauptkraft gegen das treulose Polenwenden zu können. In Folge dessen wurden schon im August 1658 dieFriedensunterhandlungen mit Schweden wieder aufgenommen, und am30. August befahl der Zar den Wiederbeginn der Feindseligkeiten inLithauen. Die Verhandlungen mit Schweden wurden am 22. Augustzwischen Chowanski und Hörn bei Narwa eröffnet und führtenzum Abschluss eines vorläufigen Waffenstillstandes und zur Auswechse-lung der Gefangenen. Erst im November begaben sich die beiderseitigenBevollmächtigten nach Wjelissar an derNarowa unweit Narwa, und nachlangen Debatten wurde endlich am 20. Dezember 1658 ein Waffenstill-stand auf drei Jahre geschlossen, kraft eines Vertrages, durch welchenRussland, vorläufig bis zum Abschluss des Friedens, Adzel, Kokenhusen,Marienburg, Derpt und Waschnarwa für sich erhielt.